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Exklusiver Luxus: Verbrennen statt "falsche" Käufer zu locken: Burberry vernichtet Mode für 28 Millionen Pfund

Die Luxus-Marke Burberry verbrennt nicht verkaufte Produkte. Im letzten Jahr ging Mode für 28 Millionen Pfund in Flammen auf, in den letzten fünf Jahren waren es 90 Millionen Pfund. Die edlen Waren sollen nicht bei den "falschen Leuten" landen, so die Firma.

Für ein exklusives Image kann auf die "falschen" Kunden verzichten, meint man bei Burberry.

Für ein exklusives Image kann auf die "falschen" Kunden verzichten, meint man bei Burberry.

Getty Images

Die britische Modemarke Burberry hat im vergangenen Jahr eigene Produkte im Wert von mehr als 28 Millionen Pfund verbrannt. In den letzten fünf Jahren gingen 90 Millionen in Flammen auf.

Dabei handelte es sich um überflüssige Bestände, die Burberry nicht auf dem normalen Handelsweg absetzen konnte. Diese Praxis ist bei einigen Modelabeln üblich,  jede Marke stellt regelmäßig mehr Produkte her, als in der jeweiligen Saison abgesetzt werden. Bei Burberry soll ein Rückgang der Verkäufe in Europa für die ungewöhnlich hohe Zahl von 28 Millionen Pfund verantwortlich sein. Sie tauchte nun im Jahresbericht von Burberry auf.

Keine Schnäppchen erwünscht

Einige Marken verkaufen die nicht verkauften Mengen zu herabgesetzten Preise, teils sogar in eigenen Outlets. Firmen wie Burberry wollen ihre Produkte aber nicht verramschen, damit das Hochpreisimage keinen Schaden nimmt. Burberry verlangt für ein Polohemd durchaus 250 Euro, die bekannten Mäntel kosten über 1500 Euro. Diese Preise garantieren eine exklusive Kundengruppe. Würden die edlen Stücke herabgesetzt verschleudert, könnten sich auch andere Personenkreise Burberry leisten – die Exklusivität wäre dahin.

Ein Sprecher von Burberry sagte der "Times", man wolle verhindern, dass die eigenen Produkte in die Hände der "falschen Leute" gelangen. Sind die Produkte erst einmal auf dem grauen Markt, können sie zu inoffiziellen, aber legalen Händlern gelangen. Anstatt auf den exklusiven Vertriebskanälen der Marke könnten die Stücke dann auf dem Wühltisch landen.

Die klassischen Käufer, auch "Markenbürger" genannt, wären entsetzt, an "Markentouristen" hat Burberry kein Interesse. Noch schlimmer: Großhändler könnten die Produkte an Fälscher weiterleiten, die die Etiketten von den alten Produkten entfernen, um die originalen Label an Stücke anzunähen, die die teuersten Modelle der aktuellen Kollektion imitieren.

Verschwendung von Ressourcen 

Der ungewöhnlich hohe Betrag im vergangenen Jahr ist darauf zurückzuführen, dass Kosmetika im Wert von zehn Millionen Pfund wegen Lizenzrechten vernichtet wurden, berichtet die "Times". Bei Umweltschützern findet das Modell, nicht verkaufte Mode im Heizofen zu entsorgen, keinen Anklang. "Burberry zeigt keinen Respekt für die eigenen Produkte und die harte Arbeit und die natürlichen Ressourcen, die für ihre Herstellung verwendet werden", sagte Kirsten Brodde von Greenpeace.

Burberry steht nicht allein mit dieser Strategie. Louis Vuitton soll ebenfalls unverkaufte Taschen verbrennen. Richemon soll in zwei Jahren Uhren der Marken Cartier und Montblanc im Wert von mehr als 400 Millionen Euro zerstört haben.

Tatsächlich dürften die Verluste allerdings weit geringer sein. Die hohen Summen beziehen sich auf den Einzelhandelsverkaufspreis der Luxus-Produkte, die tatsächlichen Herstellungskosten dürften geringer sein.

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