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Farce um Kandidatur: Champagnerkönig will französischer Präsident werden - oder lieber doch nicht

Er liebt Frauen, sein Champagnerbusiness und den großen Auftritt: Gerade erst hat Emmanuel Taittinger erklärt, Frankreichs nächster Präsident werden zu wollen. Jetzt rudert er schon wieder zurück.

Pierre-Emmanuel Taittinger

Pierre-Emmanuel Taittinger, Chef des berühmten Champagnerhauses Taittinger

Frankreich bleibt ein zweiter Donald Trump wohl doch erspart: Pierre-Emmanuel Taittinger, Chef der berühmten Champagner-Dynastie Taittinger, will nun doch nicht französischer Präsident werden. Erst am Mittwoch hatte der 63-jährige Champagnerkönig aus Reims in der Zeitung "L'Union" seine Kandidatur für das Präsidentenamt 2017 erklärt. "Die Mehrheit der Franzosen wird mich unterstützen und ich werde in neun Monaten Präsident der Republik sein", hatte der 63-Jährige großspurig verkündet.

Nur zwei Tage später ist die Kampagne offenbar schon wieder vorbei: Wegen eines "schwerwiegenden persönlichen Vorfalls" am Donnerstagabend nehme er von der Kandidatur Abstand, zitiert "L'Union" Emmanuel Taittinger am Freitagmorgen.  

Champagner, Frauen und Sex

Die Kandidatur Taittingers hatte für Aufsehen gesorgt, da er bislang - ähnlich wie Donald Trump in den USA - keinerlei politisches Amt innehatte. Der 63-Jährige hatte angekündigt, als Präsident die Wirtschaft zu liberalisieren und schnellstmöglich Vollbeschäftigung herzustellen.

Bislang ist Taittinger vor allem als Lebemann aufgefallen. Dem Magazin "Decanter" sagte er einmal: "Ich liebe Frauen und ich rede gerne über Champagner und Sex. Warum nicht? Sex hat eine große Rolle für den Erfolg von Champagner gespielt. Das kann man zurückverfolgen bis zu Ludwig XIV." Im gleichen Interview sagte er: "Wenn ich nicht in Champagner gemacht hätte, wäre ich Dichter oder Künstler geworden. Genauso gut hätte ich aber auch in der Politik oder im Priesteramt landen können."

Taittingers Großvater Pierre hatte die gleichnamige Champagner-Dynastie in den 30er Jahren begründet und war in den 70ern Justizminister unter Präsident Georges Pompidou. Die Familie Taittinger verkaufte 2005 ihr Imperium an eine Investorengruppe, Emmanuel Taittinger erwarb das Champagnerbusiness aber im Jahr darauf wieder zurück. Der 63-Jährige hatte erklärt, für die Wahlkampagne alle Aufgaben im Unternehmen ruhen zu lassen.

Der französische Präsidentschaftswahlkampf muss nun doch ohne die schillernde Figur Taittinger auskommen. Mit Anwärtern wie dem Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy und Marine Le Pen vom Front National dürfte es dem Präsidentenrennen an Populismus trotzdem nicht fehlen.

bak
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