Emmanuel Macron Französische Marine stoppt einen mutmaßlich russischen Tanker im Mittelmeer

Die französische Fregatte FS Provence (D652) vor der Küste von Toulon
Die französische Fregatte FS Provence (D652) vor der Küste von Toulon
© Christophe Simon / AFP / DPA
Marieneinsatz im Mittelmeer: Frankreich entert einen Tanker. Das Schiff war offenbar unter falscher Flagge unterwegs. Aber es gibt einen Verdacht, wem das Gefährt gehört.

Die französische Marine hat einen aus Russland kommenden Öltanker angehalten und überprüft. Der Einsatz gegen die "GRINCH" fand zwischen der Südküste Spaniens und der Nordküste Marokkos statt, wie die französischen Behörden mitteilten. Das Schiff werde verdächtigt, unter falscher Flagge zu fahren, und sei mit internationalen Sanktionen belegt, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf X. 

Bei dem Einsatz sei das Seerechtsübereinkommen der UNO respektiert worden, erklärte Macron. Die Marine sei von mehreren Verbündeten unterstützt worden, darunter Großbritannien.

Tanker wurde umgeleitet

Die Justiz habe Untersuchungen eingeleitet. Der Tanker sei umgeleitet worden. "Wir sind entschlossen, das Völkerrecht zu wahren und das Durchsetzen der Sanktionen sicherzustellen", erklärte Macron.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Twitter / X integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.

Macron zufolge steht der Tanker unter internationalen Sanktionen und fuhr mutmaßlich unter falscher Flagge. Ein Staatsanwalt in Marseille ordnete an, das Schiff für weitere Untersuchungen umzuleiten.

Bereits im Oktober hatte Frankreich ein Schiff aufgebracht, das verdächtigt wurde, zur russischen Schattenflotte zu gehören. Vor gut zwei Wochen hatten die USA ein ähnliches Manöver vor Venezuela durchgeführt.

Moskau wohl nicht über Einsatz informiert

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf X, der Einsatz zeige "genau die Art von Entschlossenheit, die nötig ist" und forderte ein hartes Vorgehen. "Schiffe müssen festgesetzt werden. Und wäre es nicht fair, das von diesen Tankern transportierte Öl zu konfiszieren und zu verkaufen?"

Die Führung in Moskau erklärte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, die Botschaft in Paris sei von den französischen Behörden nicht über den Vorfall informiert worden. Man versuche nun herauszufinden, ob russische Staatsbürger zur Besatzung gehören, um ihnen Hilfe leisten zu können.

Für die Schattenflotte werden häufig veraltete und unter fremder Flagge fahrende Schiffe eingesetzt. Damit umgeht Russland die Sanktionen, die die EU wegen seines Angriffskrieges gegen die Ukraine verhängt hat. Die Erlöse aus dem oft zu reduzierten Preisen an Länder wie Indien und China verkauften Erdöl fließen in die russische Kriegskasse.

DPA · AFP · Reuters
cl

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos