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Chronik: Die Beiersdorf-Geschichte

Was mit dem Patent für ein Wundpflaster begann, ist mittlerweile zu einem Weltkonzern angewachsen. Beiersdorf ist als Dachmarke Hersteller zahlreicher Markenprodukte.Jetzt wird der Konzern 125 Jahre alt. Wichtige Etappen der Unternehmensgeschichte von der Gründung bis in die Gegenwart:

28. März 1882: Als Gründungstag des Unternehmens durch den Apotheker Paul C. Beiersdorf gilt das Datum der Patenturkunde zur Herstellung medizinischer Pflaster. Auf der Grundlage dieses Patents stellt Paul C. Beiersdorf das Guttapercha Pflaster in seinem Laboratorium her.

1890:

Der Apotheker und Geschäftsmann Oscar Troplowitz kauft das Unternehmen in Hamburg von dessen Gründer Beiersdorf.

1900:

Der Emulgator Eucerit ("das schöne Wachs") wird zum Patent angemeldet. Er wird aus dem Wollfett von Schafen gewonnen und ist die Grundlage von Eucerin und damit der späteren Nivea-Creme.

1911:

Troplowitz entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem Chemiker Isaac Lifschütz und dem Dermatologen Paul G. Unna erstmals eine stabile Hautcreme auf Basis einer Wasser-in-Öl-Emulsion unter Verwendung des Emulgators Eucerit. Troplowitz gibt ihr den Namen Nivea, abgeleitet von dem lateinischen Wort "nix, nivis", das so viel wie "Schnee" bedeutet.

1914: Die Firma unterhält mittlerweile Geschäftsbeziehungen zu 34 Ländern. 42 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erzielt.

1918 - 1922:

Der Tod von Troplowitz und seinem Mitgesellschafter Otto Hanns Mankiewicz im Jahr 1918 macht für Beiersdorf mehrere Änderungen der Rechtsform notwendig. Am 1. Juni 1922 wird schließlich die Aktiengesellschaft P. Beiersdorf & Co. AG gegründet. Hansaplast, der erste Wundschnellverband der Welt, kommt auf den Markt.

1925:

Die bis heute charakteristische blau-weiße Nivea-Dose startet ihren Siegeszug.

1929:

Die Beiersdorf-Aktie wird an der Hamburger Börse erstmals gehandelt. Weltweit bestehen bereits über 20 Produktionsstellen.

1932:

Beiersdorf beschäftigt zum Zeitpunkt seines 50-jährigen Firmenjubiläums über 1400 Mitarbeiter. In den 30er Jahren werden zahlreiche neue Produkte wie Rasiercreme, Rasierseife oder Shampoo vertrieben.

1933: Der jüdische Teil des Vorstandes mit dem Vorsitzenden Willy Jacobsohn an der Spitze tritt unter dem Druck der Nationalsozialisten zurück. Jacobsohn geht nach Amsterdam und führt von dort die ausländischen Tochtergesellschaften bis 1938, bevor er in die USA emigriert. Unter der Leitung von Carl Claussen gelingt es dem Beiersdorf-Vorstand, das Unternehmen trotz großer Anfeindungen von Konkurrenten durch die Zeit des Nazi-Regimes zu führen.

1936:

tesa wird als Dachmarke für Selbstklebe-Technologie eingeführt. Das erste innovative Produkt ist der transparente Klebefilm. Er wird später unter dem Namen tesafilm weltbekannt.

1941 - 1945:

Während des Krieges wird die Marke Nivea von den meisten Ländern, mit denen sich Deutschland im Krieg befindet, enteignet. Schon bald nach dem Krieg beginnt Beiersdorf damit, die Markenrechte zurückzukaufen.

1945:

Am Ende des 2. Weltkrieges sind die Produktionsstätten sowie die Verwaltungsgebäude in Hamburg zum größten Teil zerstört.

1949:

Im Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland erwirtschaftet Beiersdorf einen Umsatz in Höhe von 30 Millionen DM.

1965: Beiersdorf erzielt bereits 33 Prozent des Umsatzes wieder im Ausland.

1972:

Weltweit beschäftigt Beiersdorf bereits über 10.000 Mitarbeiter.

1974:

Beiersdorf diversifiziert das Geschäft und führt die Spartenorganisation ein. Die Sparten sind cosmed, medical, pharma und tesa. Die Erben von Max Herz (Tchibo) übernehmen einen 25-prozentigen Anteil an Beiersdorf.

1981:

Der Umsatz durchbricht erstmals die Grenze von zwei Milliarden DM.

1989: Beiersdorf beginnt mit der Umsetzung einer strategischen Neuausrichtung. Wichtigster Inhalt: Konzentration auf die Kernkompetenzen Hautpflege, Wundversorgung und Klebetechnologie.

1990 - 1992 Durch die Ausdehnung auf neue Felder der Kosmetik, eine weltweite Vereinheitlichung der Nivea-Markenpolitik und die Rückgewinnung der noch fehlenden Markenrechte in Ländern wie Großbritannien, Kanada, Südafrika, Australien und Israel steigt Nivea im Zuge der Globalisierung der Körperpflege- Märkte zur größten Hautpflege-Marke der Welt auf.

1997:

Erst zu diesem Zeitpunkt ist der weltweite Rückkauf aller Markenrechte mit dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der polnischen Gesellschaft Pollena-Lechia, heute Nivea Polska SA, abgeschlossen.

2003:

Im Oktober geht ein lang anhaltender Übernahmekampf um das Allianz-Aktienpaket von Beiersdorf zu Ende. Die Tchibo-Holding AG erhöht ihren Anteil von 30,3 auf zunächst 49,9 Prozent und wird damit größter Beiersdorf-Aktionär. Dadurch kann eine Zerschlagung der Beiersdorf AG durch ausländische Investoren verhindert werden. Die neue funktionale Gliederung des Konzerns in die Bereiche Brands, Supply Chain, Finance und Human Resources löst die Spartenorganisation ab.

2006:

Eröffnung des weltweit ersten Nivea-Hauses in zentraler Lage in Hamburg.

DPA

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