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Deutsche Industrie: Auftragseingang bleibt am Boden

Noch kein Licht am Ende des Tunnels: Die Wirtschaftskrise hält die deutsche Industrie fest in ihren Klauen. Der Auftragseingang brach nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums im Dezember um knapp sieben Prozent ein. Die Zahlen für das gesamte vierte Quartal sind noch dramatischer.

Die deutsche Industrie hat das Krisenjahr 2008 mit einem unerwartet kräftigen Auftragsminus abgeschlossen. Im Dezember sanken die Bestellungen preis- und saisonbereinigt um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Das ist das zweitstärkste Minus seit Beginn der Datenerhebung 1991.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten lediglich einen Rückgang von 2,5 Prozent erwartet. 2008 zog die Industrie damit in elf von zwölf Monaten weniger Aufträge an Land. Nur im August gab es ein Plus. Eine so lange Durststrecke hat es noch nie gegeben.

"Der Rückgang der Bestelltätigkeit setzt sich in unvermindertem Tempo fort“, schrieb das Ministerium. Die Aussichten für die Industrieproduktion blieben deshalb für die kommenden Monate "äußerst gedrückt".

Für den kräftigen Rückgang sorgte in erster Linie das schwächelnde Auslandsgeschäft. Hier brach die Nachfrage um 9,4 Prozent ein. Besonders aus den Euro-Ländern gingen weniger Aufträge ein: Sie sanken mit 15,2 Prozent überdurchschnittlich stark. Aus den anderen Ländern kamen 5,1 Prozent weniger Bestellungen an. Die Nachfrage im Inland schrumpfte um 4,3 Prozent.

Alle drei großen Industriebereiche mussten Einbußen hinnehmen. Das größte Minus gab es bei den Herstellern von Autos, Maschinen und anderen Investitionsgütern mit 9,1 Prozent. Die Produzenten von Vorleistungsgütern wie Verpackungen erhielten fünf Prozent weniger Aufträge. Die Konsumgüterindustrie meldete ein Minus von 3,1 Prozent.

Im weniger stark schwankenden Zwei-Monats-Vergleich (November/Dezember zu September/Oktober) sanken die Aufträge um 11,6 Prozent. Das Volumen lag damit um 25,9 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator.

Reuters / Reuters