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Doppelt so viele Beschwerden: Kunden sind zunehmend unzufriedener mit der Post

Zu wenige Briefkästen-Leerungen, verspätete Zustellungen: Einem Zeitungsbericht zufolge ärgern sich die Deutschen immer häufiger über die Deutsche Post. Demnach gingen 2017 doppelt so viele Beschweren ein als noch im Vorjahr.

Deutsche Post - Beschwerden - Mängel

Ein Briefträger sortiert die Post in einem Kölner Briefverteilungszentrum

Einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" zufolge erreicht die Bundesnetzagentur zunehmend mehr Kritik an der Post. Die Zahl der Beschwerden habe sich deutlich erhöht. Die Behörde selbst beklage eine erhebliche "Qualitätsverschlechterung" bei der Leerung von Briefkästen, berichtet das Blatt unter Berufung auf einen internen Bericht der Netzagentur.

Danach seien im vergangenen Jahr 6100 schriftliche Beschwerden eingegangen, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. "Über die Hälfte der Beschwerden betrifft dabei die Briefbeförderung und -zustellung durch die Deutsche Post AG", heißt es in dem Papier laut "Saarbrücker Zeitung". Dabei handele es sich auch nur um die "Spitze des Eisbergs". Ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigte auf Anfrage die Zahl der Beschwerden.

Leerung von Briefkästen häufig nur am Vormittag

Die Aufsichtsbehörde selbst kritisiert dem Blatt zufolge, dass von rund 110.000 Briefkästen in Deutschland 56 Prozent nur noch am Vormittag geleert würden. Auch werde die Sonn- und Feiertagsleerung abgebaut: "Dies dürfte mitursächlich sein für das gefühlte Ausbleiben der Briefzustellung an Montagen." 

Bereits Anfang Dezember hatte die Netzagentur von vermehrten Beschwerden berichtet, damals wurde deren Anstieg für das Gesamtjahr aber nur um ein Viertel (auf 5000) geschätzt. In der für die Post besonders arbeitsintensiven Weihnachtszeit schnellte der Wert aber nach oben. Es geht um verspätete Briefe und Pakete oder Einwürfe in falsche Briefkästen. 

Post: "Nehmen jede Beschwerde ernst" 

Eine Post-Sprecherin sagte, man nehme jede Beschwerde ernst. Sie verwies darauf, dass 94 Prozent der Briefe und 90 Prozent der Pakete den Empfänger am nächsten Werktag erreichten. Man gehe davon aus, "dass der Anstieg der Beschwerden auch darauf zurückzuführen ist, dass die Bundesnetzagentur in der öffentlichen Wahrnehmung vermehrt als Beschwerdestelle für Anliegen im Postbereich angesehen wird". 

Der Verbraucherexperte der Grünen, Oliver Krischer, sagte der "Saarbrücker Zeitung": "Die Verbraucher dürfen nicht die Dummen sein, wenn sie wichtige Briefe verschicken." Auch die Bundesregierung müsse dem Unternehmen Dampf machen. Denn die Post habe beim Briefverkehr immer noch einen öffentlichen Auftrag.


mod / DPA