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Einzelhandel Verbraucher shoppen lieber online


Die Konsumfreude der Verbraucher ist im Mai unerwartet weiter abgeschwächt. Deutsche Einzelhändler verzeichnen nach dem Umsatzrückgang im April weiter niedrige Erlöse.

Die extrem gute Stimmung der Verbraucher macht sich nicht in den Kassen der deutschen Einzelhändler bemerkbar. Im Mai lagen die Erlöse real (preisbereinigt) 0,6 Prozent niedriger als im April, nominal (inklusive Preisveränderungen) fiel der Umsatz um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bankvolkswirte hatten nach dem Rückgang im Vormonat nun mit einem Anstieg gerechnet.

Vergleich zum Vorjahr fällt besser aus

Im Vergleich zum Mai 2013 fällt das Ergebnis allerdings besser aus, wobei der Monat in diesem Jahr einen Verkaufstag mehr hatte: Nach Abzug der Inflation sei ein Plus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet worden, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Dabei sei zu berücksichtigen, dass der Mai in diesem Jahr einen Verkaufstag mehr hatte als 2013. Im Vergleich zum Ostermonat April ging der Umsatz leicht zurück, und zwar um 0,6 Prozent.

Für den Internet- und Versandhandel lief es im Jahresvergleich besonder gut: Die Umsätze stiegen um 7,1 Prozent, wie die Statistikbehörde mitteilte. Apotheken und andere Anbieter von kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten setzten demnach 5,7 Prozent mehr um, bei Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren betrug der Zuwachs 5,5 Prozent. Ein Minus gab es hingegen beim Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf: Hier gingen die Umsätze um 0,5 Prozent zurück.

Stimmung der Verbraucher eigentlich gut

Das schwache Geschäft der Einzelhändler überrascht etwas, da die Stimmung der deutschen Verbraucher derzeit so gut ist wie seit siebeneinhalb Jahren nicht mehr, wie das Marktforschungsunternehmen GfK kürzlich mitgeteilt hatte. Der starke Arbeitsmarkt, steigende Löhne, die niedrige Inflation oder niedrige Sparzinsen sprächen allesamt dafür, dass das Geld der Haushalte locker sitzt, kommentierte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank: "Trotz des schwachen zweiten Quartals erwarten wir, dass der private Verbrauch im Laufe des Jahres und danach allmählich immer schneller zulegen und damit eine Säule des deutschen Wirtschaftswachstums wird."

jen/DPA/AFP DPA

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