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Energie: Ölpreis knackt 145-Dollar-Marke

Die Rekordjagd geht weiter: Auf dem asiatischen Markt ist der Preis für ein Barrel (159 Liter) erstmals über die Marke von 145 Dollar gestiegen und hat damit einen neuen Höchststand erreicht. Händler machen dafür gleich eine ganze Reihe von Ursachen verantwortlich.

Auf dem asiatischen Markt ist der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl erstmals über 145 Dollar geklettert. Ein Fass der Sorte Brent North Sea für die Lieferung im August wurde am Donnerstagmorgen für 145,01 Dollar gehandelt. In London hatte sich der Ölpreis zur Schlussnotierung am Mittwoch auf 144,26 Dollar pro Barrel eingependelt, nachdem er dort kurzzeitig auf 144,95 Dollar geklettert war.

Auch der US-Ölpreis stieg auf ein Rekordhoch. Im frühen Handel kostete ein Barrel US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Auslieferung bis zu 144,53 Dollar und damit 96 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Erst am Mittwoch hatte der WTI-Preis bei 144,32 Dollar einen neuen Höchststand markiert.

Sorge vor iranischem Atomkonflikt

Händler sehen eine ganze Reihe von Ursachen für den jüngsten Preissprung. Unter anderem begründeten sie ihn mit Äußerungen zum Konflikt um das iranische Atomprogramm. Der Iran werde auf mögliche Militärschläge scharf reagieren, hatte Irans Ölminister, Gholam Hossein Nozari, am Rande des Welt-Erdöl-Kongresses in Madrid gesagt. Im Falle eines Angriffs gegen den weltweit viertgrößten Ölproduzenten würden die Ölpreise drastisch steigen, warnte Nozari.

Experten machten aber auch den unerwartet hohen Rückgang der Lagerbestände in den USA für den Preisanstieg verantwortlich. Zudem wird auch die erwartete Leitzinsanhebung im Euro-Raum eine Rolle gespielt haben, die den Dollar weiter schwächen dürfte. Obwohl der Schritt eigentlich schon eingepreist sei, werde die offizielle Stellungnahme der Europäischen Zentralbank noch einmal Einfluss auf den Ölpreis haben, sagte ein Analyst in Singapur.

AFP/DPA/AP / AP / DPA
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