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Energiekosten: 100 Versorger erhöhen Gaspreise

Millionen Verbraucher müssen ab Juni mit höheren Gaspreisen rechnen. Rund 100 Versorger werden die Preise erhöhen. Im Durchschnitt soll der Anstieg bei zehn Prozent liegen. Doch das dürfte für dieses Jahr noch nicht die letzte Preisrunde gewesen sein.

Gas wird in den nächsten Wochen für Millionen Verbraucher noch teuerer werden. Mindestens 100 Gasversorger im ganzen Bundesgebiet würden voraussichtlich im Juni und Juli die Preise erhöhen, sagte Dagmar Ginzel vom Verbraucherportal Verivox, das einen guten Überblick über die Branche hat.

Die Expertin rechnet mit einer Verteuerung der Gaslieferungen für die betroffenen Verbraucher um durchschnittlich rund zehn Prozent. Ausschlaggebend für den Preisanstieg ist der Höhenflug der Rohölpreise. Die Gaspreise sind mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten an die Preise für Mineralöl gekoppelt. Ein Ende der Preisspirale ist nach Einschätzung von Ginzel nicht in Sicht. Im August und September sei bei zahlreichen weiteren Gasversorgern mit Anhebungen zu rechnen. Und spätestens mit Beginn der Heizperiode am 1. November könne es erneut auf breiter Front zu Verteuerungen kommen.

Bereits am Wochenende hatte Deutschlands größter Gasimporteur Eon Preiserhöhungen für Großkunden wie Stadtwerke angekündigt. Spekuliert wurde über eine Anhebung von bis zu 25 Prozent. "Wir werden die Preise anpassen müssen", sagte ein Unternehmenssprecher in Düsseldorf. "Zur Größenordnung können wir nicht Stellung nehmen."

Allerdings gilt der Preisanstieg nicht für alle großen Versorger. So sagte ein Sprecher der Energie Baden-Württemberg in Stuttgart, im Augenblick plane der Energieversorger keine Erhöhung der Gaspreise. Man müsse aber schon genau beobachten, wie sich die Bezugskosten bei den Vorlieferanten entwickelten. Zum 1. Januar war der Tarif in der Grundversorgung um 6,9 Prozent angehoben worden.

Wirtschaftsminister Glos hatte angesichts der Preiswelle bereis eine stärkere Kontrolle der Energiekonzerne angekündigt. Die Konzerne müssten dem Bundeskartellamt jeden Cent der Erhöhung erklären.

AP/Reuters / AP / Reuters