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Energiewirtschaft: Bewag-Zukunft ist immer noch offen

US-Stromkonzern Mirant stimmt Partnerschaft mit HEW unter Vorbehalt zu. Berliner Senat will die Bewag-Position in einem gesamtdeutschen Strommarkt festigen.

Nach monatelangen Verhandlungen liegt die Zukunft der Berliner Bewag jetzt in den Händen des Berliner Senats. Der US-Stromkonzern Mirant und die Hamburgischen Elektricitätswerke (HEW) wollen sich die Führerschaft bei dem Energieversorger künftig partnerschaftlich teilen. Mirant nimmt den im Schiedsverfahren zwischen den beteiligten Unternehmen E.ON, HEW und Mirant entwickelten Kompromiss unter dem Vorbehalt an, dass der Senat seine Zustimmung erteilt. Dem Vorschlag zufolge würden HEW und Mirant künftig je gut 38 Prozent der Bewag-Anteile halten. Offen bleibt aber zunächst, wie genau die gemeinsame Führung umgesetzt werden soll.

Bewag als vierte Kraft am deutschen Strommarkt

Das Land Berlin wollte dem Kompromissvorschlag vorab nicht zustimmen, da es die Bewag in Zukunft als wichtigen Bestandteil einer vierten Kraft auf dem deutschen Strommarkt sehen will. Dies machte Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen nach einem Treffen mit ranghohen Mirant-Managern deutlich. Momentan scheint allerdings noch nicht hinreichend gesichert, dass diese vierte Kraft unter maßgeblicher Einbindung der Bewag wirklich entsteht. Konkret geht es um die zukünftige Bewag-Rolle in einem kommenden großen Nordost-Versorger. Der Senat hat beim Verkauf der Bewag-Anteile ein Mitspracherecht.

Vorbehalt verzögert endgültige Entscheidung

Mit der unter Vorbehalt getroffenen Entscheidung des US- Stromkonzerns setzt sich ein monatelanges Tauziehen um die Bewag fort. In der Nacht zum Donnerstag lief die Frist des Schiedsgerichtes aus, das nach der Einstweiligen Verfügung Mirants gegen den Verkauf von 49 Prozent der Bewag-Anteile an die HEW eingeschaltet worden war. Das Paket muss der E.ON-Konzern aus wettbewerbsrechtlichen Gründen abgeben.

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