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Kreditwürdigkeit: Per Klick zur Schufa-Auskunft

Wer einen Kredit, einen Handyvertrag oder eine Mietwohnung will, kommt um die Vorlage einer Schufa-Auskunft meist nicht herum. Diese Eigenauskunft können die Verbraucher künftig auch über das Internet einholen.

Ein neues Verbraucherportal der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) macht dies möglich. Der Zugang wurde am Dienstag in der Startregion Bonn/Rhein-Sieg freigeschaltet. Im Laufe des kommenden Jahres werde dann der Zugriff nach und nach auch bundesweit möglich, sagte der Vorstandsvorsitzende der Schufa Holding AG, Rainer Neumann, bei der Vorstellung des Portals in Bonn. Damit schaffe die Schufa ein hohes Maß an Transparenz.

Daten über 62 Millionen Bürger

Die Schufa gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern. Das Unternehmen aus Wiesbaden sammelt Daten über deren Zahlungsfähigkeit. Die Einträge sind entscheidend beim Erwerb und der Freischaltung von Mobiltelefonen, beim Ratenkauf im Kaufhaus oder bei der Kreditvergabe. In der Schufa-Auskunft werden bestehende Girokonten, Kreditkarten sowie laufende Kredit- und Leasingverträge aufgelistet. Aber auch unbezahlte Forderungen, eidesstattliche Versicherungen oder der Missbrauch eines Kontos werden verzeichnet.

Derzeit sind in der Datenbank der Schufa 62 Millionen Bürger über 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland registriert. Außerdem umfasst sie 362 Millionen Kreditverhältnisse. Pro Jahr gibt die Schufa mit Sitz 72,3 Millionen Auskünfte. An Eigenauskünften waren das im vergangenen Jahr 871.000. In 93 Prozent aller Fälle sei die Auskunft positiv, sagte Neumann. Lediglich bei 7 Prozent falle die Auskunft negativ aus.

Zugriff auf die Daten haben neben Banken auch Handels- und Telekommunikationsunternehmen sowie auch große Wohnungsbaugesellschaften. Aber nur die Banken bekommen Informationen über Kredite und Konten. Die übrigen Schufa-Kunden sehen bei einer Anfrage nur eventuelle Zahlungsstörungen. Verständlich, dass der Bürger über seine Einträge informiert sein will und prüfen möchte, welche Angaben über ihn vorliegen und ob sie korrekt sind. Bislang konnten die Bürger ihre Eigenauskunft zwar auch schon über das Internet anfordern. Zugestellt wurde sie dann aber gegen eine Gebühr von 7,60 Euro mit der Post.

Kostenlose Auskunft in den Geschäftsstellen

Beim neuen Portal registriert sich der Nutzer auf www.meineSCHUFA.de mit einem selbst gewählten Benutzernamen und Passwort. In der zweiten Stufe führt er den für ihn kostenlosen Postidentitätscheck durch. Daraufhin erhält er nach zwei bis drei Tagen seine persönliche Zugangskarte zur eindeutigen Identifizierung im Format einer Scheckkarte. Das System bietet nach den Worten Neumanns höchsten Schutz im Umgang mit persönlichen Daten. Für die Abfrage der Eigenauskunft werden 7,60 Euro pro Quartal erhoben. Nach wie vor besteht die Möglichkeit, eine kostenlose Auskunft persönlich bei einer der 14 Schufa-Geschäftsstellen einzuholen.

DPA, AP / AP / DPA