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Ex-Karstadt-Tochter: SinnLeffers kündigt Plan-Insolvenz an

Die Warenhauskette SinnLeffers will an diesem Donnerstag beim Amtsgericht ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung beantragen. An dessen Ende soll jedoch nicht die Schließung der Ex-Karstadt-Tochter stehen - vielmehr will das Management den Konzern durch das Verfahren sanieren.

Die Modekette SinnLeffers mit 47 Filialen und 4000 Mitarbeitern hat angekündigt, beim Amtsgericht Hagen ein Insolvenzplanverfahren unter Eigenregie anzumelden. "Wir streben keine Zerschlagung von SinnLeffers an. Wir sind überzeugt, dass durch die Sanierung ein zukunftsfähiger Textileinzelhändler entstehen wird", sagte Peter Zühlsdorff von der Deutschen Industrie-Holding (DIH), der die ehemalige KarstadtQuelle-Tochter gehört. Über Standortschließungen und Entlassungen seien noch keine Entscheidungen gefallen, sagte Zühlsdorff. Zunächst müsse das Gericht dem Sanierungsplan zustimmen.

Der Geschäftsbetrieb in allen Filialen werde zunächst fortgesetzt und alle Lieferanten bezahlt, sagte Zühlsdorff. Die Gehälter der Mitarbeiter würden von August bis Oktober von der Bundesagentur für Arbeit als Insolvenzgeld gezahlt.

Die Planinsolvenz ist eine Form des Insolvenzverfahrens, die etwa dem Vergleich nach altem Konkursrecht entspricht und vom Gericht nur dann genehmigt wird, wenn es gute Chancen für eine Sanierung gibt.

SinnLeffers war 1997 durch die Fusion der beiden defizitären und börsennotierten Traditionshäuser Sinn und Leffers entstanden und 2001 von KarstadtQuelle (heute Arcandor) übernommen worden. Arcandor wiederum hatte sich vor drei Jahren im Zuge ihrer Sanierung von SinnLeffers wie auch von Hertie und Wehmeyer getrennt. Wehmeyer hatte Anfang Juli Insolvenz angemeldet, Hertie in der vergangenen Woche.

Reuters / Reuters