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Finanzkrise: IWF erwartet weltweite Rezession

Düstere Aussichten für die deutsche Konjunktur: Der Internationale Währungsfonds rechnet für 2009 damit, dass die deutsche Wirtschaft um 0,8 Prozent schrumpft. Der IWF hat seine Prognose deutlich nach unten korrigiert und rechnet inzwischen mit einer weltweiten Rezession.

Die Finanzkrise zwingt die Weltkonjunktur nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) 2009 in die Rezession und lässt auch die deutsche Wirtschaft schrumpfen. Kommendes Jahr werde das globale Wachstum nur noch 2,2 Prozent betragen, hieß es im aktualisierten Weltwirtschaftsausblick des IWF, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Der Fonds spricht bei einem weltweiten Wachstum von unter 3 Prozent von Rezession.

Die deutsche Wirtschaft werde kommendes Jahr um 0,8 Prozent schrumpfen, hieß es in dem Bericht weiter. Im Oktober war der IWF noch von einer Stagnation ausgegangen. Für die USA wird derweil eine Entwicklung in ähnlicher Größenordnung erwartet.

Alle Industriestaaten werden demnach zusammengenommen auf Jahresbasis 2009 um 0,3 Prozent schrumpfen - das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Ausmaß des Abschwungs sei jedoch eher mit der Konjunkturentwicklung zwischen 1975 und 1982 zu vergleichen. Mit einer Erholung sei erst Ende 2009 zu rechnen, schätzt der IWF.

Unterdessen brechen der deutschen Industrie wegen der Finanzkrise in Rekordgeschwindigkeit die Aufträge weg. Im September fielen die Bestellungen preis- und saisonbereinigt um acht Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. "Das ist der größte Rückgang seit Einführung der Statistik 1991", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die Europäische Zentralbank(EZB) hat ebenfalls auf die Krise reagiert und den Leitzins um 50 Basispunkte auf nunmehr 3,25 Prozent gesenkt. Wegen des Konjunktureinbruchs hatte die EZB sogar eine noch stärkere Senkung auf 3,0 Prozent erwogen. "Wir haben verschiedene Optionen diskutiert, so eine Senkung um 50 Basispunkte oder eine Senkung um 75 Basispunkte", sagte Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt.

Die Entscheidung für eine Zinssenkung von 3,75 auf 3,25 Prozent sei dann aber letztlich für angemessen befunden worden.

DPA / DPA
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