FLUGGESELLSCHAFTEN United-Airlines-Mutter UAL vor Konkurs


In den USA steht die zweite Fluggesellschaft vor der Pleite. Nach US Airways droht nun auch der United-Airlines-Mutter UAL die Zahlungsunfähigkeit.

Die UAL Corporation, die Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines, hat einen möglichen Gang zum Konkursrichter im Herbst in Aussicht gestellt, falls das Unternehmen seine Kosten nicht »dramatisch senken kann«. Dies hat die finanziell schwer angeschlagene Gesellschaft am Mittwoch nach Börsenschluss erklärt.

Aktienkurs gefallen

Die UAL-Aktien sind am Mittwoch weiter um mehr als 10 Prozent auf nur noch 2,45 Dollar gefallen. Sie hatten vor einem Jahr noch mit 35,02 Dollar notiert.

Fluggesellschaften unter Druck

Die US Airways, die siebtgrößte US-Fluggesellschaft, hatte am Wochenende einen Konkursantrag gestellt. Die American Airlines, die weltgrößte Fluggesellschaft, will 7000 Mitarbeiter nach Hause schicken, viele Flugzeuge aus dem Verkehr ziehen und Aufträge für neue Flugzeuge stornieren.

Folgen des 11. September

Die amerikanischen Fluggesellschaften haben im vergangenen und laufenden Jahr Milliardenverluste verbucht. Sie leiden noch unter den Nachwehen der Terroranschläge vom 11. September, der schwachen Konjunktur, rückläufigen Touristen- und Geschäftsreise-Zahlen sowie hohen Kosten.

Kaum Nachfrage

Die Nachfrage habe sich nicht erholt, die Flugpreise seien niedrig geblieben, und die Branche suche nach Auswegen, erklärte das Unternehmen. Die UAL fordert von den Mitarbeitern, Lieferanten und Gläubigern weit reichende Zugeständnisse. Die UAL will mit Hilfe eines veränderten Geschäftsplans eine stärkere und wettbewerbsfähigere Airline bilden.

Hohe Schulden

Das Unternehmen verwies auf fällige Schuldenzahlungen von 875 Millionen Dollar im vierten Quartal. »Wir haben unzureichenden Zugang zu den Kapitalmärkten, um dies zu bezahlen«, betonte Konzernchef Jack Creighton. »Gleichzeitig bereiten wir uns wegen unserer Schuldenzahlungen im vierten Quartal auf einen potenziellen Kapitel- Elf-Konkursantrag im Herbst vor«, erklärte Creighton.

Sofortige Änderungen geplant

Ein solcher Konkursantrag bietet vorübergehenden Gläubigerschutz und die Möglichkeit, sich unter Aufsicht eines Konkursrichters zu sanieren. »Falls wir nicht die Kosten dramatisch senken, ist ein Antrag auf Konkursschutz der einzige Weg, um die Zukunft der Gesellschaft und den weiteren Betrieb der Airline zu sichern«, erklärte der UAL-Chef. Das Unternehmen habe sich 30 Tage Zeit gegeben, um seine Diskussionen mit allen Beteiligten abzuschließen. Es seien dringende, erhebliche und sofortige Änderungen notwendig.

Staatliche Kreditgarantien

Creighton kündigte auch eine Änderung des Kreditgarantie-Antrags in Washington mit größeren und längerfristigen Kostensenkungsmaßnahmen an. Die Gesellschaft will von der staatlichen Hilfsbehörde ATSB (Air Transportation Stabilization Board), die nach den Anschlägen vom 11. September gebildet worden war, 1,8 Milliarden Dollar staatliche Kreditgarantien haben. Sie sollen für einen Kredit in Gesamthöhe von 2 Milliarden Dollar verwendet werden. Die Behörde hatte bisher wegen unzureichender Kostensenkungen bei der United Airlines gemauert.


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