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Frauenpower in Forschungssets Lego entdeckt die Emanzipation


Der Spielzeughersteller Lego räumt mit antiquierten Frauenbilder auf. Speziell für Mädels hat das Unternehmen ein Set mit Forscherinnen auf den Markt gebracht - mit Erfolg.

Mädchen flechten gerne ihre langen Haare, tragen rosarote Glitzerkleider und wollen, wenn sie mal groß sind, alle Prinzessinnen werden. Und Jungs sind Entdecker, Piraten, Helden, die mit schweren Maschinen Abenteuer erleben und Menschen retten.

Und das ist natürlich Blödsinn.

Das hat auch der Spielwarenhersteller Lego begriffen. Denn in der Welt der kleinen Steine waren Angebote für Mädels meist rosa und die Spielfiguren weiblich, die coolen Spielsets für Jungs waren von männlichen Figürchen geprägt. Schluss damit: Lego bietet nun Forschungssets mit Frauenpower an. Eine Chemikerin mit Reagenzgläsern, eine Paläontologin mit einem Dinosaurier-Skelett und eine Astronomin mit Teleskop. Wilde Abenteuer verspricht ein Forschungsinstitut zwar nicht, aber immerhin sind verknöcherte Rollenbilder aufgebrochen worden.

Das neue Forscherinneninstitut scheint fast wie eine Reaktion auf einen Brief an Lego, der Anfang des Jahres für Aufsehen sorgte. Darin beschwerte sich die siebenjährige Charlotte über die Frauenbilder des Unternehmens. Sie hätte es satt, dass die weiblichen Spielfiguren "zu Hause rumsitzen, ins Bett gehen und keinen Job haben", während die Jungs "Abenteuer erleben, mit Haien schwimmen und arbeiten gehen".

Nun scheint das Forscherinnenset wie eine Reaktion auf Charlottes Beschwerdebrief – ist es aber nicht. Denn die dänische Spielwarenfirma hatte längst reagiert. Auf der unternehmenseigenen Crowdsourcing-Plattform "Lego Ideas", auf der Fans neue Vorschläge für Lego-Spielzeug veröffentlichen können, hatte sich die schwedische Geochemikerin Ellen Kooijman bereits über die Verteilung der Geschlechter bei Lego geärgert. "Als Wissenschaftlerin sind mir bei Lego zwei Dinge aufgefallen: ein verzerrtes Bild von männlichen und weiblichen Spielfiguren und eine stereotype Darstellung der weiblichen Minifiguren", schrieb sie in ihrem Blog. Die Idee von Forscherinnen stammt von ihr. "Es ist doch logisch, dass eine Gruppe von Frauen in spannenden Berufen die Vielfalt in Lego-City ausgeglichener machen würde", schrieb sie. Ihre Idee schaffte es nun in die Spielzeugläden.

Auf die gute Nachricht für Gleichberechtigung folgt leider eine schlechte: Das Set ist sowohl in den USA, als auch in Deutschland ausverkauft. Im Online-Shop von Lego Deutschland sind die kleinen Forscherinnen erst wieder im September erhältlich.

Katharina Grimm

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