Fußball-Bundesliga DFL und Arena streiten ums Geld


Arena will die Bundesliga-Rechte an Premiere weiterverkaufen - und soll dafür angeblich 150 Millionen Euro pro Saison sowie Premiere-Aktien bekommen. Nun hat sich die Deutsche Fußball-Liga eingeschaltet: Sie will auch von dem Deal profitieren.
Von Johannes Röhrig

Noch hat das Kartellamt nicht entschieden, ob Arena die Live-Rechte an der Bundesliga an dem Konkurrenten Premiere weiterreichen darf, da streiten sich die Deutsche Fußball-Liga und Arena hinter den Kulissen schon übers Geld.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und Arena streiten nach Informationen von stern.de um eine Gewinnbeteiligung. Es geht dabei um eine vertrackte Klausel im Rechtevertrag der DFL mit Arena, die vorsieht, dass die Klubs an den Einnahmen aus Sublizenzen partizipieren, wenn diese die ursprünglichen Rechtekosten übersteigen.

300 Millionen plus Aktien

Im Poker um die Fußball-Bundesliga hatte sich Newcomer Arena (dahinter steht die Kabelfirma Unity Media) Ende 2005 überraschend gegen den etablierten Pay-TV-Kanal Premiere durchgesetzt. Arena erwarb die Senderechte für rund 205 Millionen Euro pro Saison. Nun will der Kanal den Sendebetrieb jedoch faktisch wieder einstellen und die Lizenzen für die kommenden zwei Saisons an Premiere weiterreichen - angeblich für bis zu 300 Millionen Euro in bar und Premiere-Aktien. Die Möglichkeit der Weitergabe von Bundesligarechten ist in dem Vertrag der DFL mit Arena vorgesehen. Allerdings hatte sich die Liga ausdrücklich für den Fall eine Beteiligung an den Erlösen zusichern lassen, sofern einzelne Sublizenzen - zum Beispiel für Live-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen - mehr Geld abwerfen als Arena dafür bezahlen musste. Von den Mehrerlösen fallen bis zu einer Höhe von 20 Millionen Euro nach stern.de-Informationen Dreiviertel der Liga zu; darüber hinaus sind es noch 25 Prozent.

DFL droht Arena

Arena bestreitet nach Insider-Angaben nun, dass diese Regelung auch für den Fall der kompletten Weitergabe der Rechte gelte. Die DFL ihrerseits beharrt auf einer Beteiligung - es geht um schätzungsweise rund 30 Millionen Euro pro Saison - und droht damit, bei der Sublizensierung an Premiere Schwierigkeiten zu machen. Offenbar muss die Liga zu dem Deal ihre Zustimmung geben. Vor allem für den künftigen Bundesliga-Sender Premiere wird die Zeit knapp: Am 10. August ist Saisonanpfiff. DFL und Arena wollten den Fall nicht kommentieren. Ein Sprecher des Arena-Eigners Unity Media dementiert, dass es in der Sache einen Streit gebe. Derzeit werde über den Vertrag gesprochen. Das brauche Zeit, so der Sprecher.


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