Fußball FIFA und UEFA auf Sparkurs


Die fetten Jahre sind vorbei: Die Wirtschaftsflaute hat auch bei den internationalen Fußball-Gremien tiefe Spuren hinterlassen. Ab 2004 soll europaweit ein einheitliches Lizenzierungsverfahren kommen.

Die Wirtschaftsflaute hat auch bei den internationalen Fußball-Gremien tiefe Spuren hinterlassen. Der Weltfußball-Verband FIFA rutschte im abgelaufenen Jahr trotz eines drastischen Kostensenkungs-Programms erstmals in seiner Geschichte in die roten Zahlen. Und auch bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA), die den 52 Mitgliedsverbänden beim Kongress am Donnerstag in Rom ihre Geschäftszahlen präsentiert, sind die fetten Jahre vorbei.

Politische Preise für Ware Fußball

Zwar spricht Schatzmeister Mathieu Sprengers von einer «sehr guten Finanzlage der UEFA». Doch der Präsident des niederländischen Fußball-Verbandes musste zugleich einräumen, dass auch der Kontinental-Verband mit sinkenden Einnahmen - bedingt durch die Talfahrt an den Börsen und die Einbrüche der Medienbranche - zu kämpfen hat. UEFA-Generaldirektor Gerhard Aigner sieht allerdings darin keine dramatische, sondern eine vorhersehbare Entwicklung: «In der Vergangenheit wurden vom Fernsehen Preise bezahlt, die nichts mit dem ökonomischen Wert der Ware Fußball zu tun hatten. Das waren politische Preise.»

"Logische Rückbildung"

Die nun erfolgte «logische Rückbildung» (Aigner) hat vor allem die Champions League zu spüren bekommen. In dieser Saison verteilt die UEFA noch die Rekordsumme von 1,1 Millionen Schweizer Franken an die teilnehmenden Clubs als Garantiesumme, so viel wie nie zuvor. Im kommenden Jahr aber stellt der Verband der reformierten Edel-Liga, in der die Zwischenrunde wegfallen wird, nur noch 850 Millionen Schweizer Franken in Aussicht. Und selbst die scheinen angesichts der stockenden Verhandlungen mit den Fernsehsendern noch nicht restlos gesichert. Nicht nur in Deutschland, wo RTL nicht mehr mitmachen will, ist die Lage schwierig. Auch Italien und Spanien sind inzwischen zu Problemmärkten geworden.

Einheitliches Lizensierungsverfahren

«Wir müssen uns für regnerische Tage rüsten», forderte Sprengers deshalb vor der Sitzung der UEFA-Spitze in Rom. Dabei soll der Hebel in erster Linie bei den Clubs angesetzt werden. Alarmiert von den Nachrichten über horrende Schulden vor allem bei den Vereinen in Südeuropa will die UEFA die Clubbosse von 2004 an mit einem europaweit einheitlichen Lizenzierungsverfahren zum Umdenken zwingen. Die Zustimmung in der UEFA-Spitze dafür gilt als sicher. «Der Grund dafür ist nicht, die Clubs profitabel zu machen, sondern sie solide wirtschaften zu lassen, damit sie auf sicherer Basis an den Wettbewerben teilnehmen können», erläuterte Aigner.

Fixe Summe für Personalkosten

So dürfen die Vereine künftig nur noch eine bestimmte Summe für Personalkosten aufwenden, die sich nach der Ertragskraft des Clubs richtet. Wer nicht mitzieht, wird nicht mehr zu den Europapokal-Wettbewerben zugelassen - ungeachtet von Namen oder Traditionen. «Es muss gleiches Recht für alle gelten. Deshalb kann und darf es keine Lex Lazio oder Lex Atletico oder keine Lex für irgendjemanden geben. Sonst werden wir doch unglaubwürdig», sagte Aigner. Bei den deutschen Vereinen stößt diese Politik einhellig auf Zustimmung. Schließlich gilt das deutsche Lizenzierungsverfahren auch in der UEFA-Spitze als beispielhaft.


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