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Geplante Änderung von EU-Gesetz: Industrie sieht Gütesiegel "Made in Germany" in Gefahr

"Made in Germany" gilt seit Jahrzehnten als Qualitätsmaßstab für deutsche Wertarbeit. Doch jetzt ist das Gütesiegel in Gefahr. Schuld daran sind Pläne der EU-Kommission.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht das Gütesiegel "Made in Germany" in Gefahr. Wenn die Europäische Kommission ihre Pläne zur Änderung des sogenannten Warenursprungsrechts umsetze, könne die Qualitätsbezeichnung "Made in Germany" gefährdet sein, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der Zeitung "Die Welt". Dies würde einen "immensen Schaden" für die deutsche Wirtschaft sowie für Verbraucher bedeuten, für die eine wichtige Orientierungshilfe verloren gehe.

Das Gütesiegel "Made in Germany" bürge weltweit für Qualität und beflügele den deutschen Export, sagte Driftmann. Er warne ausdrücklich vor einer Änderung des geltenden Ursprungsrechts, das "unbürokratisch und international anerkannt" sei. Hintergrund sind dem Bericht zufolge Pläne des zuständigen EU-Kommissars Algirdas Semeta, wonach Produkte künftig nur noch dann den Hinweis "Made in Germany" tragen sollen, wenn mindestens 45 Prozent des Wertanteils aus Deutschland stammen.

Bisher gilt laut EU-Regeln das Land als Herkunftsland, in dem "die letzte wesentliche, wirtschaftlich gerechtfertigte Be- und Verarbeitung" vorgenommen wurde. Danach können Produkte derzeit auch dann mit dem Label "Made in Germany" gekennzeichnet werden, wenn sie zu mehr als 90 Prozent im Ausland, aber zuletzt in Deutschland bearbeitet wurden.

EU-Kommission dementiert

Auch die Bundesregierung schaltete sich in die Diskussion ein. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) unterstütze den Vorstoß der deutschen Industrie mit Blick auf das Qualitätssiegel, sagte eine Sprecherin in Berlin. Der Minister habe in Brüssel schon vor Wochen deutlich gemacht, dass die bisherigen Regelungen beibehalten werden sollten.

Die Kommission in Brüssel dementierte am Montag, dass ihre Pläne die befürchteten Folgen haben könnten. Ein Sprecher von Semeta sagte: "Das Label 'Made in Germany' ist nicht in Gefahr."

kng/AFP / AFP