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Geschäftsklima: Eine Delle macht noch keinen Winter

Etwas unerwartet ist im Juni der Geschäftsklimaindex gesunken. Wirtschaft und Experten aber geben sich unbeeindruckt: Diese kleine Delle werde den Aufschwung nicht bremsen, auch die Mehrwertsteuererhöhung spiele kaum noch eine Rolle.

Die Experten des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo sehen trotz des jüngsten Rückgangs des Geschäftsklimaindexes derzeit keine Gefahr für den Aufschwung. "Ich sehe noch keinen Wendepunkt für das konjunkturelle Wachstum", sagte Ifo-Experte Hans Günter Russ zur Nachrichtenagentur Reuters. Die Konjunktur sei weiter robust. Der Aufschwung werde sich fortsetzen. Die deutliche Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahresbeginn wirke sich kaum noch aus und sei auf bestimmte Branchen wie den Kfz-Sektor beschränkt.

Der an den Börsen viel beachtete Ifo-Index fiel im Juni unerwartet deutlich auf 107,0 Punkte. Im langfristigen Vergleich liegt er aber weiter auf sehr hohem Niveau und in der Nähe seines im Dezember erreichten 16-Jahres-Hochs.

Auch der hohe Euro-Wechselkurs belaste die deutschen Unternehmen nicht. "Die Schmerzgrenze ist noch nicht erreicht." Im Gegenteil, die Exporterwartungen seien unverändert positiv. Der Großteil der Exporte gehe in den Euro-Raum, zudem seien die Unternehmen gegen Wechselkursschwankungen abgesichert, erklärte Russ. Der Euro liegt derzeit mit gut 1,34 Dollar nur wenige Cent unter seinem bisherigen Rekordstand.

Die Stimmung der Firmen werde auch von den hohen Börsenkursen getragen. Der Deutsche Aktienindex hatte sich zuletzt bis auf wenige Zähler seinem Rekordniveau von vor sieben Jahren genähert. "Die Gefahr eines Börsencrashs sehe ich derzeit nicht", so der Ifo-Experte.

Reuters / Reuters