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Ehemann postet Bikini-Bild Dellen oder Traumbody - Fotostreit um Cindy Crawford


Ein unretuschiertes Foto von Cindy Crawford taucht auf, und im Netz wird sie für ihren Mut gefeiert. Das Supermodel reagiert nur anders als erwartet: mit einem makellosen Bikini-Schnappschuss.
Von Sarah Stendel

Es hätte ein starkes Zeichen gegen den Schönheitswahn sein können - doch Cindy Crawford macht nicht mit. Die 48-Jährige nahm bisher keine Stellung zu einem geleakten Magazin-Foto, das ihren Körper offenbar ohne die sonst übliche Photoshop-Retusche zeigt.

Die zweifache Mutter posiert darauf gekonnt in Unterwäsche, ihren Bauch zieren kleine Dehnungsstreifen, an ihren Oberschenkeln ist leichte Cellulite zu erkennen. "Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, Frau Crawford", schrieb die britische Journalistin Charlene White, die das Foto in Umlauf brachte, auf Twitter. Die Reaktionen darauf waren überwältigend, zahlreiche User zeigten sich begeistert darüber, endlich ein natürliches Körperbild präsentiert zu bekommen. "Sie sieht noch besser aus als sonst!" oder "Natürlichkeit ist am Schönsten!", wurde aufgeregt getwittert. Die Frauenzeitschrift "Marie Claire" bestätigte, dass es sich um ein echtes Bild handelt, welches 2013 bei einem Fotoshoot entstand. Es sei jedoch nicht offiziell veröffentlicht worden. Hollywodstar Jamie Lee Curtis reagierte ebenfalls auf den Wirbel, postete ein Foto von sich in Unterwäsche und gratulierte Crawford zu ihrem Mut.

Für das ehemalige Supermodel wäre es also eine gute Gelegenheit gewesen, sich klar gegen den in den Medien vorherrschenden Schönheitswahn zu positionieren. Doch Crawford beteiligte sich nicht an der Debatte, stattdessen reagierte ihr Ehemann Rande Gerber mit einem Instagram-Post: Das Foto zeigt seine Frau im Bikini am Pool liegend - der Bauch straff und flach, die Beine glatt. "Sie hat Blumen bekommen, ich habe sie. Schönen Valentinstag", schreibt er dazu. Vielleicht ist es nur ein harmloses Kompliment - das Foto könnte allerdings auch als Dementi verstanden werden. Und das wäre schade.

Schließlich hatte sich Crawford in Interviews schon mehrfach über den Druck beschwert, der wegen des propagierten Schönheitsideals auf Frauen lastet. "Sogar ich wache nicht morgens auf und sehe wie Cindy Crawford aus. Ich hab Tage, an denen ich mich einfach schrecklich fühle. Ich will nicht immer wunderschön sein müssen. Ich will auch mal in meiner Jogginghose mit einem Pickel samt Pickelcreme auf der Nase gammelig aussehen. Die Erwartung, dass ich immer schön sein muss, ärgert mich", sagte Crawford vor einigen Jahren noch laut "contactmusic.com".

Was gegen den Ärger bestimmt helfen würde: mehr Mut zu unretuschierten Fotos, die dann ganz offiziell und selbstbewusst kommentiert werden.


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