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Promis über Photoshop: "Wenn schon falsche Brüste, dann wenigstens welche, die prall sind!"

Keine Dellen, Falten oder breite Hüften: Nicht alle Promis sind damit einverstanden, wenn sie per Photoshop verändert werden. Cindy Crawford schweigt, doch Kate Winslet oder Keira Knightley schimpfen.

Von Sarah Stendel

Keira Knightley mag es nicht, wenn ihre Fotos retuschiert werden.

Keira Knightley mag es nicht, wenn ihre Fotos retuschiert werden.

Es ist ein ungewohnter Anblick: Supermodel Cindy Crawford posiert in Unterwäsche und präsentiert dabei einen etwas faltigen Bauch und leichte Cellulite an den Oberschenkeln. Das unretuschierte Bild von der 48-Jährigen stammt aus einem Shooting der "Marie Claire" und ist nicht absichtlich an die Öffentlichkeit geraten - denn in der Regel greifen Hochglanzmagazine wie dieses zu starker Bildbearbeitung. Im Netz schlägt das Thema deshalb hohe Wellen. Der allgemeine Tenor: Schluss mit dem Schönheits-Wahn - zeigt uns endlich echte Frauen!

"Marie Claire" hat mittlerweile bestätigt, dass es sich bei dem Leak um ein Original-Bild aus dem Jahr 2013 handelt. "Das Foto ist echt, ehrlich und hinreißend (...) Wir wussten immer, dass Crawford wunderschön ist, aber sie so zu sehen, lässt sie uns noch stärker lieben", heißt es in einem Statement. Offenbar war das Foto aber nicht hinreißend genug, um es auch so abzudrucken.

Haare voller, Haut glatter, Brüste größer

Und genau das ärgert viele Promis. Die Schauspielerin Keira Knightley, die für ihre androgyne Figur bekannt ist, schimpfte beispielsweise über das Filmplakat zu "King Arthur". Ihre Haare waren darauf voller, ihre Haut glatter - und vor allem ihre Brüste größer gemacht worden. "Sie malen mir immer die Brüste aus, aber hier wurde ich richtig wütend, weil sie mir diesen komischen Hängebusen gemacht hatten. Erstens habe ich sowieso kaum Titten und zweitens sind die am Computer entstanden. Wenn sie mir schon falsche Brüste machen, dann doch wenigstens welche, die prall sind", sagte sie 2012 dem Magazin "Allure".

Auch die Sängerin Lorde mag es nicht, wenn ihr Körper digital bearbeitet wird - vor allem, weil die 18-Jährige viele Fans im Teenageralter hat. Weil sie nicht möchte, dass denen ein unrealistisches Bild vermittelt wird, steht sie selbstbewusst zu ihrer unreinen Haut. "Denkt daran: Makel sind völlig in Ordnung!", schrieb sie im vergangenen Jahr auf Twitter und zeigte, was die Medien mit ihrem Gesicht anstellen:

Und der Oscarpreisträgerin Kate Winslet wurde der Photoshop-Einsatz 2003 zu bunt, als ein Cover der "GQ" die Schauspielerin mit ultralangen, sehr schlanken Beinen zeigte. "Die Retusche ist maßlos. So sehe ich nicht aus und noch wichtiger: So will ich gar nicht aussehen. Ich habe ein Polaroid vom Tag des Shootings. Ich kann euch sagen, dass sie den Umfang meiner Beine um ein Drittel verringert haben. Für meinen Geschmack sah es vorher schon ziemlich gut aus", empörte sich Winslet damals.

Sogar die sonst sehr künstlich wirkende Kim Kardashian hat sich schon einmal gegen Photoshop ausgesprochen. "Ich hab Cellulite - na und? Welches kurvige Mädchen hat das nicht?", kommentierte sie 2009 cool, als ein unretuschiertes Bild von ihr auftauchte.

Cindy Crawford hat sich hingegen zu der aktuellen Debatte noch nicht geäußert. Die einzige Reaktion kam von ihrem Mann Rande Gerber: Er veröffentlichte einen Bikini-Schnappschuss von seiner Frau. Er zeigt Crawford mit makellosen Beinen und straffem Bauch.