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Gewinn-Einbruch bei der Deutschen Bank: Ackermann blickt dennoch optimistisch in die Zukunft

Die teilweise Übernahme der Postbank hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr schwer belastet. Der Gewinn des Marktführers sank nach fünf Milliarden Euro im Jahr 2009 um 54 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Vorstandschef Josef Ackermann zeigt sich dennoch optimitsich.

Die Deutsche Bank hält trotz der Milliardenlasten für den Konzernumbau an ihren ehrgeizigen Gewinnzielen für 2011 fest. Der operative Gewinn vor Steuern soll im laufenden Jahr auf 10 Milliarden Euro klettern. "Trotz verbleibender Risiken und Unwägbarkeiten hinsichtlich des wirtschaftlichen Umfelds sind wir zuversichtlich, dass wir dies schaffen werden", ließ Konzernchef Josef Ackermann am Donnerstag mitteilen.

Im vergangenen Jahr legte der Gewinn vor Steuern und Sonderposten wie Abschreibungen auf die Anteile an der inzwischen übernommenen Postbank auf 6,5 (Vorjahr: 5,2) Milliarden Euro zu. Inklusive der Abschreibungen und anderen Sonderposten für den Konzernumbau sank der Vorsteuergewinn auf 4,0 Milliarden Euro. Dies war seit Montagabend bekannt, nachdem der Frankfurter Dax-Konzern überraschend Eckdaten für das vierte Quartal veröffentlicht hatte. Die Aktie stieg seit der Veröffentlichung deutlich, obwohl der Gewinn deutlich unter den Erwartungen von Analysten gelegen hatte.

Der Überschuss brach im vergangenen Jahr auf rund 2,3 (5,0) Milliarden Euro ein. Deutschlands größtes Geldhaus, das operativ bestens dasteht, begründete den Gewinneinbruch mit Kosten für die Integration von Postbank und Sal. Oppenheim sowie Investitionen in den Umbau des Investmentbankings.

"Das Jahr 2010 war für die Deutsche Bank ein Jahr des Wandels und der Investition in die Zukunft", erklärte Ackermann, der spätestens 2013 aus dem Amt scheiden wird. Die Bank habe erneut die Ertragskraft ihres Kerngeschäfts bewiesen: Allein das vierte Quartal brachte Rekorderträge von 7,4 Milliarden Euro. Somit verfüge die Bank "über eine hervorragende Ausgangsbasis für weiteres Wachstum", befand Ackermann. "Diese wollen wir nutzen, um unsere selbstgesteckten ehrgeizigen Ergebnisziele zu erreichen."

Die Aktionäre sollen trotz des Gewinneinbruchs wieder mit 75 Cent je Aktie am Gewinn beteiligt werden. Da sich die Bank im vergangenen Herbst durch den Verkauf von neuen Aktien 10,2 Milliarden Euro ins Haus geholt hat, steigt die Ausschüttungssumme von rund 466 Millionen Euro auf knapp 700 Millionen Euro. Damit schüttet die Bank rund 30 Prozent ihres Jahresgewinns an die Aktionäre aus. Im Jahr zuvor waren es noch knapp 10 Prozent. Am Markt gilt das als deutliches Zeichen dafür, dass sich die Deutsche Bank gut gerüstet fühlt - unter anderem für die strengeren Kapitalvorschriften ("Basel III").

DPA/AFP / DPA