HOME

Deutsche-Bank-Prozess: Fitschen und Ackermann weisen Betrugsvorwürfe zurück

Jürgen Fitschen und Josef Ackermann sollen vor Gericht gelogen haben, um eine milliardenschwere Schadenersatzklage von Leo Kirch abzublocken. Beide bestreiten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (l.), und der frühere Vorstandsvorsitzende der Bank, Josef Ackermann vor Gericht. Wegen des Prozesses in München und etlicher anderer Probleme der Bank wird am Donnerstag ein turbulentes Aktionärstreffen erwartet.

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (l.), und der frühere Vorstandsvorsitzende der Bank, Josef Ackermann vor Gericht. Wegen des Prozesses in München und etlicher anderer Probleme der Bank wird am Donnerstag ein turbulentes Aktionärstreffen erwartet.

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat den Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Verfahren zurückgewiesen. "Ich habe in Zusammenhang mit dem Kirch-Verfahren zu keinem Zeitpunkt gelogen oder betrogen, sagte der Top-Banker am Montag vor dem Landgericht München. Auch sein Vorgänger an der Spitze des größten deutschen Geldhauses, Josef Ackermann, und der ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Börsig wiesen die Vorwürfe vor Gericht zurück.

Die Anklage wirft Fitschen, seinen Vorgängern Ackermann und Rolf Breuer sowie Börsig und einem weiteren Ex-Managern vor, nach einem gemeinsamen Tatplan vor Gericht die Unwahrheit gesagt zu haben, um Schadenersatzforderungen der Kirch-Erben abzuwehren. Die Bank unterlag aber letztlich in dem Zivilprozess und zahlte später in einer außergerichtlichen Einigung 925 Millionen Euro an die Erben des 2011 verstorbenen Kirch.

"Wahrheitswidrige Aussage widerspräche mir"

Als erster gab Ackermann am Montag eine persönliche Erklärung ab. Darin betonte er, er habe in dem Prozess um Schadenersatzforderungen der Kirch-Gruppe vor vier Jahren nach bestem Wissen und Gewissen ausgesagt. Seine Aussage sei nicht mit den anderen Angeklagten abgestimmt oder eintrainiert gewesen. "Mir wurde nichts in den Mund gelegt." Der ehemalige Aufsichtsratschef Börsig sagte: "Eine wahrheitswidrige Aussage widerspräche mir total."

Auch die anderen Angeklagten hatten die Vorwürfe vor Prozessbeginn zurückgewiesen. Breuer will sich vor Gericht vorerst aber nicht äußern, kündigte sein Anwalt an.

Leo Kirch hatte dem früheren Deutsche-Bank-Chef Breuer vorgeworfen, mit in einem Interview geäußerten Zweifeln an der Kreditwürdigkeit Kirchs gezielt die Pleite seines Konzerns ausgelöst zu haben. Ackermann berichtete in seiner Erklärung davon, kurz nach der Pleite ein nach seiner Wahrnehmung freundliches Gespräch mit Kirch über eine Schadensersatzzahlung geführt zu haben. Kirch sei es nur um eine "Geste" gegangen, im Gespräch sei eine Entschädigung von 100 Millionen Euro gewesen. Der Vergleich sei aber dann doch nicht zustande gekommen.

mka/AFP/DPA / DPA