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GfK-Konsumklimaindex: Die Deutschen kaufen munter weiter

Von Rekordrezession keine Spur. Zumindest die Verbraucher geben weiter kräftig Geld aus. Den Hauptgrund dafür sehen die Konsumforscher in der äußerst niedrigen Inflationsrate. Doch spätestens wenn die Krise auf dem Arbeitsmarkt voll durchschlägt, dürfte die gute Konsumlaune vorbei sein.

Trotz der schärfsten Rezession seit 60 Jahren zieht die Kauflaune der Deutschen wieder an. Grund sei die Inflationsrate von null, wie die Nürnberger GfK-Marktforscher am Dienstag mitteilten. Der Konsumklima-Index für Juli verbesserte sich überraschend auf den höchsten Stand seit einem Jahr und stieg auf 2,9 von revidiert 2,6 Punkten. "Die Konsumlaune der Deutschen hat sich auf breiter Front verbessert", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Analysten hatten wie in den vergangenen Monaten nur mit einer Stagnation gerechnet. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) geht aber davon aus, dass sich mit dem erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten das Konsumklima wieder verschlechtern dürfte.

"Nachdem sich zuletzt die Hinweise auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt verdichtet haben, verstärken sich die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunktur bei den Verbrauchern", erklärte die GfK zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Menschen. Mit der Verschärfung der Finanzkrise im Sommer 2008 war das Konsumklima auf 1,5 Punkte eingebrochen und damit auf den tiefsten Stand seit dem Rezessionsjahr 2003. Zum Vergleich: In Boomzeiten Ende 2006 lag der Indikator noch bei 9,1 Zählern. Seit Herbst kletterte das Barometer dank des noch robusten Arbeitsmarktes und der Aussicht auf stabile Preise in kleinen Schritten nach oben.

Im Mai sank die Inflationsrate in Deutschland erstmals seit 22 Jahren wieder auf null. Deshalb schätzten die Bürger ihre künftige finanzielle Lage positiver ein, erklärte die GfK. Zudem habe sich - auch wegen der Abwrackprämie - ihre Bereitschaft erhöht, teure Sachen zu kaufen wie Autos, Fernseher, Sofas. Die sogenannte Anschaffungsneigung der Verbraucher verbesserte sich um zwei auf 14,5 Punkte. Der Einzelhandel spürt davon bisher allerdings wenig. Der Branchenumsatz lag von Januar bis April deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Das GfK-Teilbarometer für die Konjunktur stieg im Juni den dritten Monat in Folge um 5,7 auf minus 22,6 Punkte. Die Konsumenten gingen offensichtlich davon aus, dass der starke Konjunktureinbruch "nach und nach gestoppt werden kann", hieß es. Auch die 7000 vom Ifo-Institut befragten deutschen Firmen hatten sich optimistisch zu einer Stabilisierung der Wirtschaft geäußert.

Davon profitiert auch die Einkommenserwartung der Verbraucher. Dieser GfK-Wert stieg um sechs auf minus 3,3 Punkte. Für Rückenwind habe hier vor allem die sinkende Inflation gesorgt, erklärte die GfK. Dies wirke der sich langsam ausbreitenden Angst vor dem Jobverlust entgegen. Allerdings sei davon auszugehen, dass mit der prognostizierten Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt auch diese Sorge stärker werde und die Einkommensaussichten auf eine große Belastungsprobe stelle.

Reuters / Reuters
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