Handel Letzte Chance für Schnäppchenjäger


Der Sommerschlussverkauf, der mit Preisabschlägen von mehr als 60 Prozent die Kunden in die Geschäfte lockt, wird voraussichtlich der letzte seiner Art sein.

Letzte Chance zur großen Schnäppchenjagd: Der Sommerschlussverkauf (SSV), der mit Preisabschlägen von mehr als 60 Prozent die Kunden von Montag an in die Geschäfte lockt, wird voraussichtlich der letzte seiner Art sein. Der Gesetzgeber plant, zum 1. Januar 2004 die Saisonschlussverkäufe abzuschaffen. Reduzierte Bademoden, Sommerbekleidung, Schuhe, Lederwaren und Sportartikel müssen jetzt in den Regalen Platz für die bereits eintreffende Herbst- und Wintermode machen.

Lager sind gut gefüllt

"Die Lager sind noch gut gefüllt", beschwichtigte der Hamburger Einzelhandelsverband die "Schnäppchenjäger". Denn schon vor dem SSV-Start waren in Warenhäusern und Boutiquen drastisch reduzierte Waren zu bekommen. In der Hansestadt wird bis zum 9. August ein SSV-Umsatz auf Vorjahresniveau von 90 Millionen Euro erwartet. "Der Handel verzichtet auf deutliche Anteile seiner Marge", berichtete Ulf Kalkmann vom Verband.

Für den Einzelhandel "ein schwerer Schlag"

"Die Preisabschläge von Beginn des Schlussverkaufs an sind noch höher als die Temperaturen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord-Ost, Dierk Böckenholt, in Kiel. Bei modischen Kleidungsstücken und Einzelteilen seien Preisnachlässe von 80 Prozent und mehr zu erwarten.

Ansturm erwartet

Das Kieler Einkaufszentrum Sophienhof rechnet im SSV mit einem regelrechten Kundenansturm. "Die Erwartungen unserer Käufer sind wegen des guten Sommerwetters diesmal besonders hoch", sagte Center-Manager Hans-Jürgen Ebel. In den Geschäften und Boutiquen gebe es schon vor dem SSV-Start täglich Fragen nach drastisch reduzierter Ware. "Meist ist die Sommerware schon deutlich heruntergesetzt, zum Teil um bis zu 80 Prozent des ursprünglichen Preises", sagte Ebel. So ist schon vor dem SSV-Start die Zahl der Center-Besucher gestiegen.

Weiter gemeinsame Aktionen

Wegen der guten Resonanz auf die Schlussverkäufe sieht der Einzelhandel das Vorhaben der Bundesregierung kritisch. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wäre das für den ohnehin gebeutelten Einzelhandel "ein schwerer Schlag", sagte Böckenholt. "Es muss den Unternehmen auch künftig möglich sein, mit einer gemeinsamen Verkaufsaktion zum Abschluss der Saison die Lager zu räumen." Der Hamburger Verband denkt darüber nach, in welcher Form er "Abschnittsschlussverkäufe" aufrechterhalten kann.


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