VG-Wort Pixel

Virtueller Flohmarkt Kleinanzeigen macht Schluss mit Ebay: Neuer Name und Sofort-Kauf-Funktionen angekündigt

Die App von Ebay Kleinanzeigen
Ebay war mal: Die beliebteste deutsche Internetseite heißt fortan nur noch "Kleinanzeigen".
© Christoph Dernbach / DPA
Millionen Schnäppchenjäger müssen sich umgewöhnen: Ebay Kleinanzeigen gibt es nicht mehr, fortan heißt die beliebteste Webseite der Deutschen nur noch "Kleinanzeigen.de". Zur Feier gibt's neue Funktionen obendrauf.

Ebay Kleinanzeigen ist das größte Kleinanzeigen-Portal Deutschlands. Schon seit Juni 2021 gehört das Portal aber nicht mehr dem Online-Auktionshaus, sondern dem norwegischen Adevinta-Konzern. Unter die Vergangenheit zieht der virtuelle Flohmarkt nun einen sichtbaren Schlussstrich: Aus Ebay Kleinanzeigen wird – Kleinanzeigen. Die Umstellung geht mit der neuen Domain "Kleinanzeigen.de", einem frischen Markenauftritt und einem neuen Logo einher. Dafür will sich Kleinanzeigen aber Zeit lassen, bis 2024 werde der Vorgang dauern, erklärte das Unternehmen dem stern.

Was ist Ebay Kleinanzeigen ohne Ebay?

Paul Heimann, CEO von Kleinanzeigen, erklärt den Schritt so: "Wir haben uns die Frage gestellt, was Ebay Kleinanzeigen ohne Ebay ist – die Antwort ist einfach: Kleinanzeigen. Der neue, alte Name ist zugleich ein Versprechen an unsere Nutzer – wir bleiben, wofür wir heute stehen." 

So ganz ohne größere Veränderungen für Besucher der Seite lässt Kleinanzeigen diesen großen Schritt aber nicht vorbeiziehen. In den kommenden Wochen folgt auf dem Marktplatz eine Funktion namens "Direkt kaufen", die der beliebten Sofort-Kaufen-Option von Ebay nahekommt. 

Nie wieder "Was letzte Preis"!

Interessanterweise streicht Kleinanzeigen damit optional einen essentiellen Teil der Seite: die Kommunikation mit anderen Menschen. Das Unternehmen schreibt: "Mit "Direkt kaufen" soll der Kauf bzw. Verkauf über die Plattform beschleunigt werden. Verkäufer, die Angebote mit Festpreis einstellen, ermöglichen Interessenten den direkten Kauf – ohne vorherige Verhandlung oder Kontaktaufnahme. Käufer können sich gewünschte Artikel auf diese Weise ohne Umschweife sichern."

Für die Umsetzung greift Kleinanzeigen auf die bereits etablierte "Sicher bezahlen"-Funktion zurück, welche die Zahlungsabwicklung innerhalb der Plattform ermöglicht und vor Betrugsversuchen schützt.

Mehr Sicherheit, weniger Daten

Generell scheint Kleinanzeigen sich auf die ständigen Betrugsversuche und -maschen zu konzentrieren. Gleich zwei weitere große Änderungen erwarten Nutzende der Plattform: Die Telefonnummer soll nicht länger in Angeboten auftauchen, das Eingabefeld für diese Kontaktmöglichkeit wird gestrichen. Wer will, kann die Nummer im Inseratstext angeben, aber sie taucht nicht mehr prominent unter dem Kontonamen auf. Das Unternehmen erklärt, man habe die Vor- und Nachteile der Rufnummern abgewogen und vor dem Hintergrund der massiven Betrugswellen über externe Messenger wie Whatsapp entschieden, dass man die Angabe lieber streicht.

Außerdem will Kleinanzeigen einen erhöhten Kontenschutz ermöglichen und wird daher in den kommenden Wochen eine risikobasierte Zwei-Faktor-Authentifizierung einführen. Das bedeutet: Immer dann, wenn Login-Versuche Auffälligkeiten aufweisen, etwa einen stark abweichenden Standort, werden Kontoinhabende aufgefordert, sich über einen zweiten Faktor, beispielsweise E-Mail, zu verifizieren.

Das soll verhindern, dass Betrüger Konten kapern, denen Käufer aufgrund einer langen Historie und guten Bewertungen besonders vertrauen. Immer wieder passiert es, dass solche Konten Ziel von Hackern werden, die das gute Renommee für ihre Zwecke missbrauchen wollen. 


Mehr zum Thema



Newsticker