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Hohe Energiepreise: Saudi-Arabien schlägt Öl-Krisentreffen vor

Die hohen Energiepreise und der zunehmende Unmut der Verbraucher lässt jetzt auch das Erdölkartell Opec handeln: Dessen Mitglied Saudi-Arabien hat die Einberufung eines Öl-Krisentreffens vorgeschlagen, um über den "unnatürlichen" Preisanstieg zu beraten.

Jetzt hat der schwindelerregende Höhenflug des Ölpreises auch den weltgrößten Ölförderer alarmiert: Saudi-Arabien will die Opec-Staaten und die wichtigste Abnehmerländer an einen Tisch bringen, um gemeinsam über Strategien gegen den Preisanstieg zu beraten. Außerdem wolle die saudi-arabisch Regierung gemeinsam mit den anderen Mitglieder der OPEC daran arbeiten, "die Verfügbarkeit der Ölvorräte jetzt und in Zukunft zu garantieren", sagte Informationsminister Ijad Madani am Montag nach einer Kabinettssitzung. "Es gibt keine Rechtfertigung für den aktuellen Preisanstieg", sagte der Minister.

Reaktion auf nervöse Märkte

Der Aufruf aus Riad war ein Signal an die nervösen Märkte, nachdem am Freitag der Rohölpreis massiv um acht Prozent auf den Rekordstand von 138,54 Dollar je Barrel emporgeschnellt war. Am Montag hatte sich die Situation leicht entspannt: Vor der Ankündigung der saudiarabischen Regierung gab der Preis am Montagnachmittag bereits um 2,68 Dollar auf 135,86 Dollar nach.

Nach Ansicht von Branchenexperten haben die meisten Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) kaum noch Kapazitäten, ihre Produktion nennenswert auszuweiten - mit Ausnahme Saudi-Arabiens. Die Nummer eins unter den Ölproduzenten fördert derzeit 9,4 Millionen Barrel pro Tag und hat der Einschätzung zufolge die Fähigkeit, diese Leistung um rund zwei Millionen Barrel zu erhöhen.

1,49 Euro für den Liter Super

Der hohe Ölpreis stellt besonders für die Entwicklungsländer ein großes Problem dar. Saudi-Arabien hatte im Mai die Bitte von US-Präsident George W. Bush nach einer Produktionssteigerung abgelehnt.

Die Autofahrer in Deutschland bekommen das teure Öl weiter deutlich zu spüren. Ein Liter Super kostete am Montag nach Informationen aus der Mineralölbranche im Schnitt 1,49 Euro, für Diesel wurden etwa 1,47 Euro je Liter fällig.

Donna Abu-Nasr/AP / AP
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