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Ifo-Index: Stimmung schlecht wie nie

Das ifo-Barometer fürs Weltwirtschaftsklima schlägt so weit nach unten aus wie niemals zuvor. Die Krise trifft alle Regionen rund um den Globus. Aber die Experten sehen Licht am Ende des Tunnels.

Die Stimmung in der Weltwirtschaft ist so schlecht wie nie zuvor. Vor allem die Lage schätzten die befragten 1035 Experten aus 92 Ländern zu Jahresbeginn deutlich ungünstiger ein als Ende des vergangenen Jahres, teilte das Münchner ifo-Institut am Mittwoch mit. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate hätten sich dagegen etwas aufgehellt. Der viermal jährlich veröffentlichte ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima fiel im ersten Quartal dieses Jahres um fast zehn Zähler auf 50,1 Punkte und erreichte damit ein Rekordtief.

Besonders schlecht beurteilten die Experten die aktuelle Lage: Dieser Wert brach von 67,6 Punkte im Vorquartal auf 45,7 Punkte ein. Der Indikator für die Erwartungen dagegen stieg erstmals seit dem Herbst 2007 geringfügig von 52,6 auf 54,4 Punkte an, nachdem er zuvor von einem Quartal zum anderen immer weiter abgestürzt war. Damit liegt der Wert im Vergleich zu früheren Jahren immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau, hat sich dort aber zumindest stabilisiert.

Alle großen Regionen seien von der Verschlechterung betroffen, teilten die Forscher mit. Besonders schlecht sei die Stimmung in Westeuropa und in Asien, während der Indikator etwa in Lateinamerika, Osteuropa und dem Nahen Osten über dem Durchschnitt liege.

"Deutlicher Rückgang des Welthandels"

"Die Export- und Importerwartungen der Experten sprechen für einen deutlichen Rückgang des Welthandels im ersten Halbjahr 2009", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Inflation dürfte deutlich nachlassen, vor allem für die kommenden sechs Monate erwarten die befragten Experten einen niedrigeren Preisanstieg. Besonders stark dürfte der Rückgang in Westeuropa und Nordamerika ausfallen. Nahezu überall wird nun wegen der niedrigeren Teuerungsraten und der Rezession mit sinkenden Leitzinsen gerechnet.

Reuters/DPA/AP / AP / DPA / Reuters
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