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EC-Karten-Panne: Wie aus einem 16-Euro-Menü bei Ikea eine 400-Euro-Rechnung wurde

Ein Paar schuldet Ikea 16,40 Euro, weil bei der Zahlung mit der EC-Karte das Konto nicht gedeckt war. Sofort kümmerte sich eine Inkassofirma um die Eintreibung des Geldes. Nun liegt der Fall vor Gericht und aus 16 Euro sind 400 Euro geworden.

Ikea-Restaurant

Der Fall begann in einem Ikea-Restaurant

Die Rechnung im Düsseldorfer Ikea-Restaurant fiel nicht übermäßig hoch aus: Für 16,40 Euro hat die Familie S. gegessen und die Summe mit EC-Karte bezahlt. Beziehungsweise nicht gezahlt, da das Konto nicht gedeckt war, wie die "Rheinische Post" berichtet. Die Folge: Neun Monate später flatterte der Familie S. die Nachricht einer Inkassofirma in den Briefkasten. Zähneknirschend zahlte die Familie die Kosten, die durch die Rücklastschrift angefallen war. Doch das Paar wehrt sich dagegen, auch Gebühren der Inkassofirma zu zahlen. Wie hoch diese sind, ist nicht öffentlich bekannt.

Ikea entschuldigt sich, aber ...

Was S. vor allem aufstößt ist der Umstand, dass das Möbelhaus keine Mahnung geschickt hat, sondern sofort ein Inkasso-Unternehmen einschaltete. "Meine Frau war damals schwanger, sie hat da einen Fehler gemacht, das ist uns dann durch die Lappen gegangen", sagte er dem Blatt zu Folge. Auch ein Anruf bei Ikea habe nichts gebracht. "Dort entschuldigte sich eine Mitarbeiterin wegen des Vorfalls und meinte, dass es vollkommen unüblich sei, dass es sofort einen Inkassoauftrag gebe. Ändern könnte man daran aber nichts", habe es laut S. geheißen.

Kartenzahlung: Bezahlmethode: Was ist der Unterschied zwischen Pin und Unterschrift?

Nun liegt der Fall S. vs. Ikea vor dem Düsseldorfer Amtsgericht, und die Richterin kann der Familie keine große Hoffnung machen: "Das Möbelhaus ist im Recht." Die Kehrseite der EC-Kartenzahlung sei es, dass Kosten anfallen, wenn etwas schiefgeht. Und Rücklastschriften müssten nicht extra angemahnt werden, sagte die Richterin laut "Rheinischer Post". Außerdem könne von einem Unternehmen von der Größe Ikeas nicht erwartet werden, dass es Inkasso-Maßnahmen von der Größe des ausstehenden Betrags abhängig mache.

Aus 16,40 Euro werden 400 Euro

Für die Familie S. wird der Ikea-Besuch nun wohl ein teures Vergnügen werden. Da sich beide Seiten bislang nicht auf einen Vergleich einigen konnten, und das Gericht Ikea im Recht sieht, werden die beiden wohl nun auch noch die Gerichts- und Anwaltkosten in Höhe von 400 Euro zahlen müssen. Am 19. Mai soll das Urteil verkündet werden

nik
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