HOME

INDUSTRIE: FAG weiter unter Zeitdruck

Der Wälzlagerhersteller FAG Kugelfischer hat nach Angaben aus Finanzkreisen einen Rückschlag bei der Bildung eines Gegenangebots zur feindlichen Übernahmeofferte des Konkurrenten INA erlitten.

Ein FAG-Sprecher wollte zu den Informationen, wonach ein potenzieller Finanzinvestor wieder abgesprungen ist, am Dienstag nicht im Detail Stellung nehmen. »Wir arbeiten nach wie vor an Alternativen zu dem INA-Angebot. Dazu gehört auch ein Gegenangebot mit einem so genannten weißen Ritter«, sagte ein FAG-Sprecher. »Ob eine weiße-Ritter-Lösung aber definitiv zustande kommt, ist offen.« In der Branche der Finanzinvestoren wird von einer deutlichen Zurückhaltung bei Neu-Engagements wegen der unsicheren Kojunkturaussichten nach den US-Terroranschlägen berichtet.

Seit dem 10. September versucht der private Wälzlagerhersteller INA Holding aus Herzogenaurach durch eine feindliche Übernahmeofferte die Aktien des börsennotierten Wettbewerbers FAG Kugelfischer aufzukaufen. Das bis 22. Oktober befristete Barangebot von elf Euro je FAG-Aktie könnte INA bis zu 670 Mio. Euro kosten. INA würde bei der FAG-Übernahme zum weltweit zweitgrößten Wälzlagerkonzern aufsteigen, mit 6,4 Mrd. Euro Umsatz und 50.000 Beschäftigten.

Der japanische NTN-Konzern, der im Februar eine Absichtserklärung mit FAG über eine Kooperation vereinbarte und als möglicher Minderheitspartner einer Gegenofferte gilt, hält sich zurück. »Wir beobachten die Situation«, sagte am Dienstag ein NTN-Sprecher in Osaka. Eine mögliche Beteiligung von NTN an einer Gegenofferte will der japanische Konzern nicht kommentieren.

Für einen japanischen Konzern wie NTN wäre es untypisch, sich mit einer kleinen Minderheitsposition zu begnügen, sagte ein NTN-Manager, der ungenannt bleiben will. Die Tatsache, dass INA direkt und indirekt bereits gut 25 Prozent der FAG-Aktien besitze, erschwere FAG die Abwehr.

FAG-Vorstandschef Uwe Loos sagte am 29. September in Frankfurt, dass der Konzern »in zwei, spätestens in drei Wochen« Alternativen zum INA-Angebot vorlegen will. INA habe über Monate die feindliche Übernahme vorbereitet. FAG blieben hingegen nur ein paar Wochen, bedauerte der FAG-Chef. Gerhard Hegmann, München

Themen in diesem Artikel