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Isar I und Unterweser Eon stellt AKW-Dinos vorzeitig kalt


Eon lässt seine Uralt-AKW Isar I und Unterweser ausgeschaltet. Zwar hätten beide Kraftwerke noch mindestens einige Wochen laufen können, aber der Energiekonzern verzichtet darauf. In Brokdorf dagegen wird über Pfingsten Strom produziert - eine geplant Blockade fällt vorerst aus.

Der größte deutsche Energiekonzern Eon wird seine Atomkraftwerke Isar I und Unterweser nach Ende des Moratoriums in der kommenden Woche nicht wieder anfahren. Auch ohne ausdrückliche Verfügung werde man die Anlagen nicht wieder in Betrieb nehmen, kündigte das Unternehmen als erster Atomkonzern am Donnerstag an.

Die Regierung und die Parteien im Bundestag hätten deutlich gemacht, dass die vorübergehende Stilllegung der sieben ältesten Kernkraftwerke sowie des AKW Krümmel fortdauern soll, bis ein neues Atomgesetz in Kraft trete, sagte ein Sprecher. "Diesen klaren politischen Mehrheitswillen setzen wir um."

250 Millionen Euro Schaden

Rechtlich wäre eine Inbetriebnahme der Eon-Meiler in Bayern und Niedersachsen möglich, da das Atomgesetz frühestens Mitte Juli in Kraft treten wird. Unabhängig davon behält sich Eon wie auch andere Energiekonzerne vor, Schadensersatz geltend zu machen. Durch das Moratorium hat Eon rund 250 Millionen Euro verloren.

Zwischen dem 15. und 17. Juni läuft das nach der Katastrophe von Fukushima von der Regierung verkündete dreimonatige Moratorium aus. Mit dem neuen Atomgesetz, das frühestens bis zum 8. Juli Bundestag und Bundesrat passiert haben wird, soll das endgültige Aus der acht Meiler beschlossen werden. Daher könnten in der Zwischenzeit die Kernkraftwerke durchaus wieder angefahren werden.

In Brokdorf dagegen wird wider Erwarten an diesem Wochenende Strom produziert. Eon verschiebt die geplanten Revisionsarbeiten. Die Bundesnetzagentur hat laut Eon davor gewarnt, dass es am Pfingstwochenende vermehrt zu Stromausfällen kommen könne, weil zu viele Kraftwerke vom Netz seien. Ursprünglich sollte die Revision des Atomkraftwerks am Pfingstsamstag beginnen. In dem schleswig-holsteinischen Ort wurde ein Massendemonstration erwartet. Atomkraftgegner hatten zur Blockade des AKW aufgerufen.

ben/DPA DPA

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