Konsumklima Deutsche kaufen wie wild


Die Deutschen shoppen weiter unaufhaltsam, der Konsumklima-Index erreicht ein neues Rekordniveau: Autos, Elektrogeräte und Elektronik stehen hoch im Kurs - vor allem aus rationalen Gründen.

Drei Monate vor der Anhebung der Mehrwertsteuer hat die Shoppinglaune der Bundesbürger ein neues Rekordniveau erreicht. Der Konsumklimaindex stieg nach Angaben des Marktforschers GfK um 0,2 Punkte auf 8,8 Punkte. Die Anschaffungsneigung der Verbraucher habe im September mit 62,3 Punkten bereits zum dritten Mal in diesem Jahr einen historischen Höchstwert erreicht, berichtete die GfK in Nürnberg. Dagegen würden die Erwartungen an die Konjunktur und an die persönliche Einkommensentwicklung weiterhin skeptisch beurteilt.

Die Kauflust der Bundesbürger wird sich aus der Sicht des Marktforschers GfK auch in den kommenden Monaten auf hohem Niveau halten. "Auch der sinkende Ölpreis wird sich weiter positiv auf die Anschaffungsneigung der Verbraucher auswirken", sagte GfK-Chef Horst Wübbenhorst im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA. Das Konsumrad drehe sich momentan so schnell, dass das Wachstum durch die Mehrwertsteuererhöhung am 1. Januar 2007 nicht zum Stillstand kommen werde. Angesichts der nach wie vor niedrigen Einkommenserwartungen der Bürger sei das Ausmaß des Rückgangs derzeit noch nicht absehbar.

Rationale Gründe statt Lust am Kaufen

Von der unverändert großen Bereitschaft der Verbraucher, größere Anschaffungen vorzuziehen, profitieren laut Wübbenhorst vor allem Hersteller langlebiger Güter wie Autos, Elektrogeräte und Elektronik. Zudem werde derzeit verstärkt in Haushaltsgeräte, Möbel und in Wohnungsrenovierungen investiert. "Das wirkt zusammen wie ein Sonderkonjunkturprogramm", sagte der Vorstandschef des Nürnberger Marktforschers.

Als Wermutstropfen bezeichnete es Wübbenhorst, dass die anhaltend hohe Anschaffungsbereitschaft nahezu ausschließlich auf rationalen Gründen beruhe. "Eine größere Lust am Kaufen wäre für das Konsumklima noch besser", betonte der GfK-Chef. Positiv sei dagegen, dass der Kauf hochwertiger Waren nicht zu Lasten des Konsums von Gütern des täglichen Bedarfs gehe. "Es wird weniger gespart, aber es wird nicht weniger konsumiert."

Wübbenhorst geht davon aus, dass es den Herstellern und Händlern nicht gelingen wird, die Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent in voller Höhe an die Verbraucher weiterzugeben. "Ich vermute, dass die Anbieter eine Mischkalkulation bevorzugen und Schwellenpreise nicht überschreiten werden", sagte der GfK-Chef. Somit werde das Preisniveau auch 2007 relativ stabil bleiben.

DPA DPA

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