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Konzernumbau: Airbus will vier Werke verkaufen

Der Airbus-Konzern plant, sich von vier der sieben deutschen Werke zu trennen. Neben den beiden Standorten Nordenham und Varel stehen auch die Werke in Buxtehude und Laupheim vor einer ungewissen Zukunft. Insgesamt sind 5000 Mitarbeiter betroffen.

Von Gerhard Hegmann und Birgit Marschall

Der Airbus-Konzern plant, sich von vier der sieben deutschen Werke zu trennen. Danach könnten die Werke in Nordenham und Varel für den Zellenbau mit zusammen 3500 Beschäftigten verkauft werden. Zusätzlich stehen die Werke Buxtehude und Laupheim mit zusammen 1500 Beschäftigten auf der Verkaufsliste. Wie die "Financial Times Deutschland" aus Branchenkreisen weiter erfuhr, soll aus Buxtehude und Laupheim ein Kompetenzzentrum für den Kabinenbau unter der Regie eines Investors entstehen. Topfavorit sei dabei der Nürnberger Luftfahrtkonzern Diehl Aerospace, an der auch der Thales-Konzern mit 49 Prozent beteiligt ist. Airbus selbst bezeichnet alle Berichte über Werksverkäufe als Spekulation. Es gebe keine Entscheidungen.

Die Ausgliederung von Werken ist einer der Hauptbestandteile des Sanierungsprogramms Power 8. Damit will Airbus seine Kosten drastisch senken. In Frankreich wird mit dem Verkauf der Werke in St. Nazaire mit 2400 Beschäftigten und Meaulte mit 1500 Stellen gerechnet.

Um Kosten und Risiken abzubauen, will Airbus die Hälfte der Entwicklungsaufträge für das über 10 Mrd. Dollar teure Langstreckenmodell A350 auf Zulieferbetriebe verlagern. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Fremdanteil bei einem Nachfolger für das kleine Modell A320 noch höher sein wird. Der ehemalige Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung Ditmar Staffelt warnte am Mittwoch davor, Kernkompetenzen zu verschieben, "sonst bricht uns in Deutschland alles weg, auch die gesamte Zulieferindustrie".

Der deutsche Verwaltungsratsvorsitzende der Airbus-Mutter EADS und DaimlerChrysler-Aufsichtsrat Manfred Bischoff dementierte am Mittwoch mit Nachdruck eine Einmischung der deutschen Politik in die Entscheidungen der EADS-Spitze. Im Mittelpunkt stehe die Wettbewerbsfähigkeit von Airbus. Das Management habe dabei auch die volle Unterstützung des französischen Unternehmers und Co-Verwaltungsratschefs Arnaud Lagardère, heißt es in einer Stellungnahme. Konzernkenner leiten daraus ab, dass auch Lagadère gegen den ersten Vorschlag von Airbus-Chef Louis Gallois zur Neuordnung der Werke stimmte.

FTD