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Konzernumbau: Telekom will 60.000 Stellen auslagern

Um Personalkosten zu senken, will die Telekom deutlich mehr Stellen auslagern, als bisher bekannt - nach Gewerkschaftsinformationen bis zu 60.000. Das will sich Verdi nicht gefallen lassen und kündigt Großdemonstrationen an.

Die Deutsche Telekom will zur Personalkostensenkung nach Gewerkschaftsangaben deutlich mehr Beschäftigte in ausgegliederte Töchter stecken als bislang bekannt. "Das könnte sich in Richtung 60.000 Mitarbeiter entwickeln", sagte der Gewerkschafter und T-Mobile-Aufsichtsratsvize Ado Wilhelm.

Bisher hatte Telekom-Chef Rene Obermann von einer Verlagerung von mindestens 45.000 Service-Mitarbeitern in konzerneigene Gesellschaften gesprochen. Die Gewerkschaft ver.di will deswegen mit einer Großdemonstration zur Telekom-Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch gegen die geplanten Veränderungen in der Konzernstruktur protestieren - und erwartet mehr als 10.000 Gewerkschafter.

Gesamter Kundenservice ist betroffen

Ein Großteil der nun ebenfalls betroffenen Beschäftigten entfällt nach Wilhelms Angaben auf organisatorische und verwaltende Bereiche von Service und Technik. Bisher sei nur davon die Rede gewesen, dass es Mitarbeiter mit Kundenkontakt treffen soll - also Hausbesuche machende Techniker oder Callcenter-Mitarbeiter.

Zudem will die Telekom nach Wilhelms Angaben den gesamten Kundenservice der Mobilfunktochter T-Mobile mit 2700 Beschäftigten ausgliedern. Das habe der für Service zuständige Telekom-Vorstand Timotheus Höttges den Mitarbeitern in einer E-Mail mitgeteilt. Hinzu komme nun eine Auslagerung der beiden Call-Center der Internetsparte T-Online in Kiel und Oldenburg mit insgesamt 700 Beschäftigten.

Reuters/AP / AP / Reuters