Korruptionsskandal Siemens-Manager packt aus


Im Korruptionsskandal bei Siemens hat ein geständiger Manager erstmals konkrete Adressaten der Schmiergelder genannt. Dem Konzern drohen indes heftige Steuernachzahlungen und Strafen.

In der Korruptionsaffäre um schwarze Kassen bei Siemens hat ein Siemens-Manager nach einem Medien-Bericht erstmals konkrete Adressaten der Zahlungen genannt. Gegenüber der Münchner Staatsanwaltschaft habe der Manager ausgesagt, im Zusammenhang mit einem Sicherheitssystem für die Olympischen Spiele 2004 in Athen seien Gelder an Entscheidungsträger des griechischen Innen- und Verteidigungsministeriums gezahlt worden.

Laut eines Nachrichtenmagazins erhielt ein früherer Athener Repräsentant des Konzerns jährlich zwischen acht und zehn Prozent des jeweiligen Jahresumsatzes von Siemens Griechenland, um die Geschäfte mit Bargeld zu fördern. Dabei sei es um Beträge von rund zehn Millionen Euro gegangen. Der aussagewillige Manager, der das System der schwarzen Kassen mit aufgebaut hat, war am vergangenen Freitag aus der Haft entlassen worden.

Korruptionsaufsicht direkt bei Boss Kleinfeld ansiedeln

Siemens wollte sich mit Verweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht zu dem Fall äußern. Sollten sich die Vermutungen der Ermittler bestätigen, wonach allein in den vergangenen fünf Jahren rund 200 Millionen Euro Schmiergeld über die schwarzen Kassen geflossen sein sollen, drohen Siemens wohl Steuernachzahlungen von bis zu 60 Millionen Euro plus Strafen.

Als Reaktion auf die Affäre wollten einige Aufsichtsräte nun bei ihrer nächsten Sitzung am 11. Dezember unter anderem verlangen, das Präsidium und den Prüfungsausschuss des Kontrollgremiums personell zu verstärken und die Korruptionsaufsicht künftig direkt bei Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld anzusiedeln, berichtete der Spiegel.

DPA/kbe


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