HOME

Krankengeld-Reform: Halb krank, halb arbeitsfähig: Experten fordern Teil-Krankschreibung

"Lieber Chef, ich bin heute zu 50 Prozent krank." Dieser Satz könnte Arbeitnehmern bald über die Lippen gehen - wenn die Vorschläge eines neuen Gutachtens umgesetzt werden. Wem nutzt die Ein-bisschen-krank-Lösung?

Die Vorschläge sehen vor, dass man sich bei leichteren Erkrankungen nur zu 50 oder 75 Prozent krankschreiben lässt

Die Vorschläge sehen vor, dass man sich bei leichteren Erkrankungen nur zu 50 oder 75 Prozent krankschreiben lässt

"Jetzt stellen Sie sich doch nicht so an!", "Gehen Sie wieder arbeiten!" oder "Wechseln Sie doch den Arbeitgeber!" So oder ähnlich sollen Krankenkassen-Mitarbeiter Versicherte am Telefon immer wieder bedrängt haben, wieder in den Job zu gehen statt weiter Krankgeld zu beziehen. So zweifelhaft solche Mittel auch sind, erscheint es wenig verwunderlich, wenn die Kassen in dem Bereich auf die Kostenbremse drücken wollen. Denn gegen das ständige Ausgabenwachstum beim Krankgeld scheint seit Jahren kein Kraut gewachsen. Ein neues Gutachten im Regierungsauftrag zeigt, warum die Kosten hier explodieren - und was dagegen getan werden könnte.

Das Thema rückte in den vergangenen Jahren immer wieder durch Berichte der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) in die Öffentlichkeit. Patienten suchten demnach beispielsweise immer wieder Rat, nachdem sie sich von Kassen-Mitarbeiter, sogenannten Fallmanagern, gedrängt fühlten, wieder zu arbeiten.

Ausgaben für Krankengeld auf Rekordniveau

Seit Jahren geht es ständig nach oben mit den Krankengeldausgaben - bis zu einem Rekord von 10,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. 1,8 Millionen Fälle gab es 2014. Um herauszufinden, woran der Anstieg liegt und ob etwas dagegen getan werden kann, hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe das Gutachten in Auftrag gegeben. Der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen zeigt nun auf, dass ein Großteil der Steigerungen gar nicht von den Kassen beeinflussbar ist. Die Hälfte des Anstiegs geht darauf zurück, dass die Beschäftigung und die Löhne gestiegen sind - und auch immer mehr Ältere arbeiten.

Aber auch die steigende Krankheitslast macht sich laut der Studie bemerkbar. So geht ein großer Teil der Kosten auf Depressionen und Rückenschmerzen zurück. Allein die "depressive Episode" macht bei Frauen fast ein Viertel der Ausgaben aus, bei Männern knapp 17 Prozent. Auch ähnliche psychische Störungen schlagen stark zu Buche, ebenso Rückenschmerzen.

Versuchen die Kassen deshalb oft mit zweifelhaften Methoden, die Patienten zur Rückkehr an den Arbeitsplatz zu drängen? Die Regel ist das offenbar nicht. Von den gut 9200 Beratungsgesprächen zum Thema waren laut dem UPD-Monitor 2015 rund 13 Prozent Beschwerden, die anderen wollten in der Regel aber einfach nur Rat. Die Medizinerin Marion Haubitz vom Sachverständigenrat sagt: "Es wird sicher Fälle geben, bei denen sich Patienten bedrängt fühlen." Doch meist würden die Anrufe von den Fallmanagern der Kassen eher positiv gesehen - etwa wenn es darum geht, wie Betroffene an einen Reha-Antrag kommen.

Teil-Krankengeld soll helfen

Was könnte nun helfen, die Krankengeldkosten besser in den Griff zu kriegen? Einige Vorschläge der Sachverständigen zielen auf eine bessere Versorgung psychisch Kranker ab. Am spektakulärsten aber ist der Vorstoß für ein Teil-Krankgeld.

Es könnte so laufen, dass sich Patient und Arzt darauf einigen, dass der Betroffene zum Beispiel zu 75 Prozent krank und zu 25 Prozent gesund ist. Er würde also noch zu 25 Prozent arbeiten und einen entsprechenden Anteil des Lohns bekommen - der Rest käme von der Krankenkasse. Die Forscher führen Schweden als Beispiel an, wo die Arbeitnehmer mit Krankschreibung in regelmäßigen Abständen geprüft werden.

Ein bisschen krank als Ausweg? Führt das die Krankenkassen nicht erst recht in Versuchung, zum Ein-bisschen-Arbeiten zu drängen? Die Forscher meinen, das Ganze solle im Konsens mit den Betroffenen festgelegt werden - und könnte den Arbeitnehmern sogar mehr Flexibilität geben. Immerhin: In ganz Skandinavien gebe es solche Modelle inzwischen. In Deutschland hingegen kennt man Ähnliches nur, wenn Patienten gegen Ende einer Krankheitsphase wieder arbeiten - und nach dem sogenannten Hamburger Modell schrittweise wieder einsteigen. In so einer Rückkehrphase zahlt dann noch die Kasse.

Die Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink warnt umgehend, die Expertenempfehlungen dürften nicht dazu führen, "dass auf die Patienten im Krankengeldbezug noch mehr Druck ausgeübt wird als bisher schon oder sie in ihren Rechten eingeschränkt werden". Stattdessen müsse es vor allem bei psychischen Leiden früher Hilfe geben.

bak / DPA
Themen in diesem Artikel
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.