Vermögensreport
5000 Superreiche besitzen ein Viertel des Finanzvermögens in Deutschland

Jeff Bezos Yacht Koru mit Begleityacht Abeona in Cannes, der Preis von rund 500 Mio Dollar sprengt das Superreichen-Kriterium
Das ist selbst für Superreiche üppig: Jeff Bezos 127 Meter langer Dreimaster Koru mit der „Begleityacht“ Abeona – inklusive Hubschrauber
 
© Sebastian Gabsch/Future Image / Imago Images

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Der weltweite Wohlstand nimmt zu. Vor allem bei denen, die schon viel haben: In Deutschland vereinen die Superreichen inzwischen 27 Prozent des Finanzvermögens auf sich.

Vergangenes Jahr ist das weltweite private Finanzvermögen um 7,4 Prozent gewachsen. Damit lag der Zuwachs 2025 deutlich über der Inflation. In den wichtigsten Wirtschaftsräumen Europa, USA und China lag sie jeweils unter drei Prozent, in Deutschland bei 2,2 Prozent. Insgesamt liegt das weltweite Nettovermögen inklusive Sachwerten bei 550 Billionen US-Dollar.

Der Großteil des Wachstums beruht auf der unterm Strich sehr guten Entwicklung der Aktienmärkte im vergangenen Jahr. Das geht aus der Vermögensstudie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor, dem „Global Wealth Report 2026“.

Auch in Deutschland hat das Vermögen deutlich zugenommen: Hier beträgt das Gesamtvermögen zum Stichtag 31. Dezember vergangenen Jahres 23,3 Billionen US-Dollar. Mehr als die Hälfte davon ist in Sachwerten angelegt, vor allem in Immobilien.

97.000 Superreiche weltweit

Wie jedes Jahr schaut die Studie von Boston Consulting genauer auf die Verteilung des Finanzvermögens. Besonders interessant ist das Phänomen der Superreichen. BCG nennt sie „Ultra High Net Worth Individuals“ oder UHNWIs. Zu Deutsch heißt das so viel wie „ultrahoch vermögende Personen“ oder eben einfach Superreiche. 

Zu diesen Superreichen zählt Boston Consulting alle Menschen, die mehr als 100 Millionen Dollar Finanzvermögen besitzen. Davon gibt es allein in Deutschland 5000. Weltweit sind es fast 97.000 Superreiche – mehr als ein Drittel davon lebt in den USA (37.000), in China sind es 11.000.

In Deutschland vereint diese kleine Gruppe von 5000 Leuten 27,3 Prozent des gesamten Finanzvermögens auf sich. Zum Vergleich: Nimmt man in Deutschland alle Menschen zusammen, die mehr als eine Million US-Dollar an Finanzvermögen besitzen und weniger als 100 Millionen, dann kommen 769.000 Dollar-Millionäre zusammen. Sie besitzen 25,5 Prozent des Finanzvermögens. Also nicht mal so viel, wie die 5000 Superreichen. Und gemeinsam besitzen die beiden Gruppen damit mehr als die Hälfte des Finanzvermögens. Siehe Grafik:

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Nimmt man dagegen alle Bürger Deutschlands zusammen, die über bis zu 250.000 US-Dollar an Aktien, Fonds und Ähnlichem verfügen, dann kommen diese 66 Millionen Menschen gerade mal auf ein gutes Drittel des Finanzvermögens in Deutschland.

Die Deutschen lieben Bargeld und Sparbücher

In Deutschland ist nicht nur das Vermögen ungleich verteilt. Auffällig ist auch, dass die Deutschen noch immer Bargeld, Giro-, Festgeld- und Sparkonten lieben. Rund ein Drittel des Finanzvermögens von in Deutschland ist so angelegt – oder besser geparkt. Das ist zwar in Krisenzeiten sicherer als zum Beispiel Aktien, bringt aber kaum Rendite. Immerhin ist der Anteil im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig.

Ein Viertel des Finanzvermögens steckt in Lebensversicherungen und Pensionen. „Die Deutschen bleiben vorsichtige Anleger“, so das Urteil von BCG-Partner Michael Kahlich. Ein weiteres Drittel des deutschen Finanzvermögens ist in Aktien angelegt, und rund sieben Prozent in Offshore-Vermögen.

Abstand zwischen Arm und Reich wächst

Zwar können sich alle Deutschen im Prinzip am Aktienmarkt beteiligen, für Leute mit kleinerem Einkommen ist es aber schwer, die ganz großen Renditen zu erwirtschaften. „Die Konzentration des Vermögens an der Spitze nimmt weiter zu – wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren“, erklärt BCG-Partner Kahlich. „Das beschleunigt den Vermögensaufbau strukturell.“ Die BCG hat eine Prognose bis 2030 erstellt. Ergebnis: Der Anteil der Superreichen am deutschen Finanzvermögen wird weiter steigen.

Der „Global Wealth Report“ erscheint schon zum 26. Mal. Alljährlich schätzt die Boston Consulting Group darin das weltweite Vermögen in privaten Händen ab und beschreibt, wie es sich auf die verschiedenen Vermögensklassen verteilt. Für die bessere weltweite Vergleichbarkeit sind alle Angaben in Dollar. In der US-Währung gerechnet ist das weltweite Finanzvermögen sogar um 10,7 Prozent gestiegen. Dies ist aber ein etwas irreführend hoher Wert, weil der Dollar 2025 gegenüber vielen Währungen stark an Wert verloren hat, gegenüber dem Euro zum Beispiel mehr als ein Zehntel. Wir haben uns deshalb für die Vermögensentwicklung in den jeweiligen Landeswährungen entschieden, die BCG ebenfalls errechnet hat. Danach stieg das weltweite Finanzvermögen, wie oben geschrieben, um 7,4 Prozent.

Leider ist die Zahl der deutschen Dollar-Millionäre und Superreichen nicht gut mit früheren BCG-Berichten zu vergleichen. Das liegt ebenfalls an den zuletzt starken Wechselkursschwankungen zwischen Euro und Dollar. Die Zahlen der Studie sind mit dem Wechselkurs von Ende 2025 berechnet. Damals war ein Euro gut 1,17 Dollar wert. Ein Dollar-Millionär besaß zum Stichtag also „nur“ rund 850.000 Euro.

In den Vorjahren dagegen stand der Dollar höher, deshalb nimmt natürlich automatisch die Zahl der Dollar-Millionäre und Superreichen zu, ganz unabhängig von der Wohlstandsentwicklung. 

 

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