HOME

Letzte Quartalsbilanz der Amtszeit: Ackermann hinterlässt leicht erholte Deutsche Bank

Letzter Auftritt Josef Ackermann. Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank hat zum letzten Mal eine Quartalsbilanz vorgelegt - und hinterlässt das Geldinstitut insgesamt erholt.

Die hat den Abwärtstrend vom Ende des Vorjahrs im ersten Quartal gestoppt, ohne ein überzeugendes Ergebnis vorlegen zu können. Unter dem Strich verdiente das Institut in den ersten drei Monaten des Jahres 1,9 Milliarden Euro vor Steuern, teilte der deutsche Branchenprimus am Donnerstag mit. Das war gut ein Drittel weniger als im starken Vorjahreszeitraum. Analysten hatten der Bank vor Steuern 2,4 Milliarden Euro zugetraut, die Sonderposten allerdings nicht eingerechnet. Unter dem Strich verdiente das Geldhaus nun 1,4 Milliarden Euro und blieb damit ebenfalls unter den Erwartungen. Die Aktie gab vorbörslich gut ein Prozent nach. "Die Zahlen sind enttäuschend", sagte ein Aktienhändler. Es ist die letzte Quartalsbilanz unter der Führung von Josef Ackermann.

Von Oktober bis Dezember hatte das Unternehmen lediglich 186 Millionen Euro verdient und nur dank Steuereffekten einen Verlust vermieden. Analysten hatten mit einem höheren Gewinn gerechnet. Die Deutsche Bank verwies zur Begründung auf Sonderbelastungen durch den Verkauf des Pharmaunternehmens Actavis am Vortag und weitere Kosten für Rechtsstreitigkeiten.

Ackermann: "Solides Ergebnis"

Ackermann spricht von einem soliden Ergebnis. "Bei der Bewältigung von Rechtsstreitigkeiten und beim Abbau von Risiken in unserer Bilanz machen wir weiter gute Fortschritte", erklärt der Banker laut einer Mitteilung. Da sich die Lage an den Finanzmärkten zu Jahresbeginn deutlich beruhigt hat, hoffen Analysten nun auf ein besseres Jahr für Deutschlands größtes Geldhaus, nachdem 2011 der erhoffte Rekordgewinn ausgeblieben war. Doch die Deutsche Bank bleibe auf der Hut, die Krise sei noch längst nicht ausgestanden, warnte Ackermann. Schon im April habe der Risikoappetit der Anleger merklich abgenommen. "Dies wirkt sich zwangsläufig auf die Rahmenbedingungen für unsere Branche aus." Eine konkrete Gewinnprognose wagte der Schweizer aber wie so viele Geldhäuser wegen des unsicheren Marktumfelds nicht.

Zehn Jahre lang stand Ackermann an der Spitze der Deutschen Bank. Er baute das Privatkundengeschäft als zweites Standbein aus, um die Bank unabhängiger vom Auf und Ab an den Märkten zu machen. Heute ist das Institut gemessen an der Bilanzsumme die größte Bank der Euro-Zone. Mit der Hauptversammlung Ende Mai übergibt Ackermann nun das Ruder an das neue Führungsduo: Chef-Investmentbanker Anshu Jain und Jürgen Fitschen, der bislang unter anderem das Deutschland-Geschäft leitete.

dho/DPA/Reuters / DPA / Reuters