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Michael Otto: Vorzeige-Unternehmer mit Öko-Touch

Mehr als ein Vierteljahrhundert leitete Michael Otto den Hamburger Otto-Konzern und vervierfachte in diesem Zeitraum den Umsatz des Familienunternehmens. Gleichzeitig war Otto aber auch einer der ersten Unternehmer, der sich für soziale und ökologische Belange einsetzte.

Michael Otto ist einer der erfolgreichsten deutschen Familienunternehmer der vergangenen Jahrzehnte. In den knapp 26 Jahren, die der 64-Jährige dem Hamburger Otto-Konzern vorstand, stieg der Umsatz des Unternehmens von 3,7 Milliarden DM auf 15,3 Milliarden Euro. Die Anzahl der Mitarbeiter kletterte im gleichen Zeitraum von 10.800 auf 53.000, die Zahl der wesentlichen Konzernunternehmen von 13 auf 123. Michael Otto kaufte oder gründete Firmen und Gemeinschaftsunternehmen in allen wichtigen Industrieländern, diversifizierte auch im Inland und trieb innovative Vertriebsformen wie den Internet-Handel energisch voran.

Neben dem unternehmerischen Erfolg lag Michael Otto die Verantwortung des Unternehmers für Umwelt und Gesellschaft stets besonders am Herzen. Er warf Pelze aus dem Programm, optimierte die Logistik auf möglichst geringen CO2-Verbrauch und setzte schon Mitte der achtziger Jahre Umweltschutz als ausdrückliches Unternehmensziel fest. "Das galt zunächst als etwas exotisch", beschrieb er in hanseatischer Zurückhaltung die Reaktion seiner Manager-Kollegen. "Heute haben alle verantwortlichen Unternehmer erkannt, wie wichtig ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt ist." Otto prüft die Arbeitsbedingungen bei seinen Lieferanten, fördert Bio-Baumwolle in der Türkei oder leistet Entwicklungshilfe in Afrika. Nebeneffekt ist ein stark positives Image des Unternehmens, das sich bei Kunden und Mitarbeitern auswirkt.

Auszeichnungen für kulturelles Engagement

Nach dem Wechsel in den Aufsichtsrat will sich Otto verstärkt seinen zahlreichen ehrenamtlichen Aufgaben widmen, vor allem seiner Umweltstiftung und dem Projekt "Cotton for Africa". Zahlreich sind auch seine Engagements in den Bereichen Kunst und Kultur, zum Beispiel für die Hamburger Elbphilharmonie, die Staatsoper, das Museum für Hamburgische Geschichte oder die Kunsthalle Hamburg. Der Unternehmer wurde dafür vielfach ausgezeichnet. Neben seinen bleibenden Aufgaben bei Otto erhofft er sich auch mehr Freizeit für Familie und Sport.

DPA / DPA
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