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Neue Quartalszahlen Deutsche Bank verbucht Gewinnrückgang wegen Steuerlast


Der Gewinn der Deutschen Bank liegt im zweiten Quartal fast ein Drittel unter dem Vorjahresniveau. Schuld sind vor allem hohe Steuern. Dem Geldinstitut drohen zudem weitere Rechtsrisiken.

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich weniger Gewinn gemacht als ein Jahr zuvor. Zwischen April und Juni seien unterm Strich 237 Millionen Euro erwirtschaftet worden, teilte das größte deutsche Kreditinstitut in Frankfurt am Main mit. Das waren 29 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als der Gewinn bei 334 Millionen Euro gelegen hatte. Der Nettogewinn enttäuschte viele Anleger an der Börse.

Als Grund für den Gewinnrückgang führte die Deutsche Bank unter anderem an, dass Kosten für Rechtsstreitigkeiten nicht von der Steuer absetzbar seien. Vor Steuern habe der Gewinn im zweiten Quartal dieses Jahres bei 917 Millionen Euro gelegen, ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Umsatz sank in den Monaten von April bis Juni um vier Prozent auf 7,89 Milliarden Euro.

Risiko durch Rechtsstreitigkeiten

Einer der größten Unsicherheitsfaktoren bleiben juristische Auseinandersetzungen. Im zweiten Quartal erhöhte das Institut seine Rückstellungen für Rechtsrisiken um 470 Millionen Euro auf 2,2 Milliarden Euro. Neben den gebuchten Rückstellungen könnten dem Quartalsbericht zufolge weitere Belastungen von 3,2 Milliarden Euro drohen, für die die Deutsche Bank noch keine Vorsorge in der Bilanz getroffen hat.

Analysten befürchten, dass Rechtsrisiken die Bank noch lange beschäftigen werden. So steht etwa in den USA noch eine Einigung im Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze aus. Hinzu kommen weltweit laufende Ermittlungen wegen mutmaßlicher Manipulationen von anderen wichtigen Finanzdaten - von Devisenkursen bis zu Preisen von Gold und Silber.

Auch wegen möglicher Verstöße gegen US-Handelssanktionen bei Geschäften mit sogenannten Schurkenstaaten droht eine Strafe. Bei der Hauptversammlung im Mai mussten die Aktionäre erfahren, dass die Deutsche Bank in rund 6000 Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist.

kis/AFP/DPA DPA

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