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Nokiawerk Bochum: Technologiepark als Rettungsanker

Happy End für die über 2000 Nokia-Beschäftigten in Bochum? Der Nokia-Konzern soll eine Stiftung für einen Technologiepark planen, der die Ansiedlung neuer Unternehmen erleichtern soll. Bisher wollten dies jedoch weder Nokia noch das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium bestätigen.

Neue Hoffnung für die Nokia-Mitarbeiter in Bochum: Medienberichten zufolge will der finnische Handy-Hersteller eine Stiftung für einen Technologiepark gründen, um den mehr als 2300 Beschäftigten nach der Schließung des Bochumer Werks eine neue Perspektive zu geben. Das Kapital dafür soll zwischen 30 und 50 Millionen Euro liegen. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium und der Konzern lehnten am Montag Stellungnahmen zu entsprechenden Berichten in "Focus" und "Westdeutscher Allgemeiner Zeitung" (WAZ) jedoch ab. Ministeriumssprecher Joachim Neuser erklärte lediglich: "Es gibt derzeit Ideen, die im Werden begriffen sind." Nokia-Unternehmenssprecherin Arja Suominen sagte in Helsinki über entsprechende Gespräche mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung: "Der Verhandlungsprozess in Sachen Bochum ist noch in einem sehr frühen Stadium." Man kommentiere grundsätzlich keine Gerüchte.

Technologiepark als Hightech-Standort

Vertreter der Landesregierung und des finnischen Unternehmens hatten sich am vergangenen Donnerstag erstmals zu Gesprächen über alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für die von dem Aus des Nokia-Werks betroffenen Mitarbeiter zusammengefunden. Bekannt wurde bislang nur, dass eine Handvoll deutscher wie auch ausländischer Investoren Interesse für den Standort im Ruhrgebiet angemeldet hätten. Mit dem nun in die Diskussion gebrachten Technologiepark soll laut "Focus" ein Hightech-Standort in Bochum entwickelt werden, der die Ansiedlung neuer Unternehmen erleichtern würde. "Wir würden eine solche Idee begrüßen", sagte IG-Metall-Sprecher Wolfgang Nettelstroth.

Ob es jedoch wirklich dazu komme, müsse sich noch zeigen. "Klar ist jedoch, dass Nokia von der massiven Resonanz der vergangenen Wochen nicht ganz unbeeindruckt ist." Der finnische Weltmarktführer steht wegen seiner Absicht, das Bochumer Werk aus Kostengründen bis Mitte des Jahres zu schließen, seit Wochen in der Kritik. Verlagert wird die Produktion ins Billiglohnland Rumänien. Am Montag vergangener Woche nahm das Unternehmen seine neue Fabrik dort in Betrieb.

Bosch dementiert Einstieg in die Autoelektronik-Sparte von Nokia

Unterdessen dementierte der Autozulieferer Bosch ausdrücklich "Focus"-Angaben, wonach er an einem Einstieg bei der ebenfalls in Bochum angesiedelten Autoelektronik-Sparte von Nokia interessiert sei. "Da ist überhaupt nichts dran", sagte ein Sprecher. Der "Focus" schrieb unter Berufung auf Verhandlungskreise weiter, auch BMW interessiere sich für Nokias Bochumer Autoelektronik- Geschäft mit über 200 Mitarbeitern. BMW wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Ende Januar war bekannt geworden, dass ein ehemaliger Nokia-Bereichsleiter und die Beteiligungsgesellschaft Equity Partners an der Autoelektronik-Sparte interessiert sind. Der Bereich hat 230 Mitarbeiter, fast alle davon in Deutschland.

AP/DPA / AP / DPA