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Interview

Obike-Pleite: Warum dieser Mann 10.000 Fahrräder loswerden muss, die ihm nicht gehören

In einer Lagerhalle bei Hamburg stehen 10.000 Fahrrräder der Bikesharing-Firma Obike. Die aber ist nun insolvent - und Lagerhallenbesitzer Harald Ploß hat ein Problem. Ein Anruf bei Herrn Ploß.

In der Lagerhalle von Harald Ploß, 71, stehen 10.000 unbenutzte Obike-Räder

In der Lagerhalle von Harald Ploß, 71, stehen 10.000 unbenutzte Obike-Räder

DPA

Herr Ploß, in Barsbüttel bei Hamburg haben Sie eine Lagerhalle, in der 10.000 Leihräder der Firma Obike stehen. Nun ist Obike pleite und die Räder blockieren Ihr Lager. Wie groß ist Ihr Ärger?

Wir liegen schon länger mit der Firma im Clinch, weil es immer wieder verspätete Mietzahlungen gab. Die Räder wurden bereits im Oktober eingelagert und seitdem ist nie wieder etwas passiert. Das wundert einen schon.

Was war denn die Absprache, wie lange die Räder dort lagern sollten?

Der Mietvertrag endete am 30. Juni. Ich habe schon seit langem darauf hingewiesen, dass die Lagerfläche dann geräumt werden muss, weil ich sie an jemand anderen vermietet habe. Doch ich wurde immer wieder vertröstet. Seit Anfang Juni hat sich Obike gar nicht mehr gemeldet. Und dann rief die Firma Umzug24 aus der Schweiz an und sagte, sie hätte alle Fahrräder übernommen und würde sowohl für die Mieten aufkommen als auch für die Entfernung der Räder sorgen. Weder das eine noch das andere ist bislang passiert.

Wieviel kostet Sie der Ärger?

Zum einen sind Mietrückstände von 40.000 Euro aufgelaufen. Noch ärgerlicher ist, dass die Räder eine Fläche von 2500 Quadratmeter blockieren und ich die Vereinbarung mit dem neuen Mieter nicht einhalten kann. Das heißt, er weicht auf andere Flächen aus und stellt mir das in Rechnung. Die entgangenen Mieteinnahmen und das, was ich draufzahle, kosten mich zusammen ungefähr 700 Euro am Tag.

Was haben Sie jetzt für eine Handhabe? Sie können die Räder ja nicht einfach auf die Straße stellen, oder?

Das ist die große Frage. Da lasse ich mich gerade rechtlich beraten. Letztlich gibt es keinen Mietvertrag mehr. Der alte ist beendet und einen neuen, mit wem auch immer, gibt es nicht. Auf der anderen Seite sind die Räder auch das einzige Pfand, was ich habe. 

Was für Räder sind das denn?

Einfache Räder, ohne Gangschaltung, Vollgummireifen, geeignet für kurze Strecken. Nicht besonders komfortabel. Aber wenn man für jedes 20 Euro bekommen würde, wäre das schon mal was.

Wissen Sie, wo die Räder ursprünglich eingesetzt werden sollten?

Ich habe immer mal wieder gehört, dass die Räder in Hannover, Frankfurt, Berlin eingesetzt werden sollten. Zuletzt sollten sie nach Holland gebracht werden. Das Ganze machte schon einen sehr, sehr unprofessionellen Eindruck.

Kommt es häufiger vor, dass bei Ihnen Dinge untergestellt werden, die nicht mehr abgeholt werden?

Nein, bisher ist mir sowas noch nicht passiert. 

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