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Pharmakonzern: Erneut Lipobay-Klage gegen Bayer

Ein 82-jähriger Amerikaner klagt erneut gegen Bayer. Er war im ersten Schadenersatzprozess um das zurückgerufene Bayer-Medikament Lipobay in den USA gescheitert.

Der im ersten Schadenersatzprozess um das zurückgerufene Bayer-Medikament Lipobay erfolglose 82-jährige Mann in den USA hat einem Zeitungsbericht zufolge erneut Klage erhoben.

Klage gegen deutsches Unternehmen

Die Klage richte sich nunmehr direkt gegen den deutschen Pharma- und Chemiekonzern sowie die britische GlaxoSmithKline , dem Vertriebspartner von Bayer für Lipobay in den USA, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Dienstagsausgabe. "Wir haben eine neue Klage eingereicht, die einige der Anschuldigungen aus unserer ersten Klage enthält - aber diesmal gegen die Bayer AG und GlaxoSmithKline", sagte Anwalt Chris Pinedo der FTD. Nach texanischem Recht ist eine Zweitklage möglich, wenn sie sich gegen andere Beschuldigte richtet.

Bayer siegesgewiss

Die Leverkusener Bayer AG hat die neue Klage als "unbegründet" bezeichnet. Ein Unternehmenssprecher sagte am Dienstag in Leverkusen, die Klage sei von den selben Anwälten erhoben worden, die in ähnlichen Verfahren bereits am 18. März in Corpus Christi unterlegen gewesen seien. Die amerikanischen Anwälte versuchten lediglich, die gleichen Argumente, mit denen sie sich seinerzeit nicht vor Gericht hätten durchsetzen können, einem anderen Geschworenen-Gremium in neuer Verpackung vorzulegen. Bayer vertrete die Auffassung, dass das Verfahren abgewiesen werden müsse.

Bayer in Texas frei gesprochen

Im ersten Verfahren hatte der Mann die Bayer-Tochter Bayer Corp auf 560 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt, weil der Cholesterinsenker Lipobay bei ihm Muskelschwund verursacht haben soll. Die Jury im texanischen Corpus Christi sprach Bayer Mitte März frei von dem Vorwurf, verantwortlich für die Gesundheitsprobleme des Klägers zu sein. Bayer hatte 2001 das Medikament vom Markt genommen, weil es im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können.

Bislang mittelmäßiger Klageerfolg

In den bislang zwei gelaufenen Prozessen im Zusammenhang mit Lipobay wurde Bayer frei gesprochen. Das Unternehmen hatte kürzlich mitgeteilt, dass die Zahl der Lipobay/Baycol-Klagen in den USA gegen Bayer auf 8800 gestiegen sei. In 785 Fällen habe sich Bayer ohne Schuldeingeständnis mit den Klägern außergerichtlich geeinigt. Hierfür habe das Unternehmen eine Summe von 240 Millionen US-Dollar (rund 210 Mio Euro) ausgegeben.