Praktiker Börsen-Rückkehr nach drei Jahren


Die Aktien der Baumarktkette Praktiker sind am Dienstag leicht über dem Ausgabekurs an der Frankfurter Börse gestartet. Der erste Kurs lag bei 14,90 Euro, der Ausgabepreis bei 14,50 Euro. Experten nannten die Umsätze "dünn".

Die Baummarktkette Praktiker ist am Dienstag nach fast drei Jahren Pause an die Börse zurückgekehrt. Der erste Kurs der Aktie lag mit 14,90 Euro um 2,8 Prozent über dem Ausgabepreis von 14,50 Euro. Insgesamt wurden bis zu 34,5 Millionen Praktiker-Aktien zur Zeichnung angeboten. Finanzkreisen zufolge war die Emission mehr als dreifach überzeichnet.

Händler blieben zurückhaltend

"Man sieht, welches Potenzial Praktiker hat", kommentierte Praktiker-Vorstandschef Wolfgang Werner die Erstnotiz. Ein Händler blieb dagegen zurückhaltend: "Der Start war angesichts der abgesenkten Preisspanne okay, aber die Umsätze sind dünn." Der Kurs Metro-Tochter bröckelte innerhalb der ersten Handelsstunde auf auf 14,80 Euro ab.

Wegen der schleppenden Nachfrage war die Preisspanne vergangene Woche auf 14 bis 15 Euro von zuvor 16 bis 19 Euro gesenkt und das Börsendebüt um einige Tage verschoben worden. Der Emissionserlös von rund 500 Millionen Euro liegt damit um etwa 150 Millionen Euro unter dem Wert, der bei einer Zuteilung am oberen Ende der alten Spanne erzielt worden wäre. Fondsmanager hatten die ursprüngliche Spanne wegen der schlechteren Rendite von Praktiker im Vergleich zu Wettbewerbern wie Hornbach und Kingfisher als ambitioniert bezeichnet.

Ziel: Aufnahme in den MDax

Praktiker fließen mit dem Börsengang 116 Millionen Euro zu, der Metro-Konzern nimmt 384 Millionen Euro ein. Mit dem frischen Geld will die hinter Obi zweitgrößte deutsche Baumarktkette die Expansion in Osteuropa vorantreiben und damit die Abhängigkeit von dem durch einen starken Preis- und Konkurrenzkampf geprägten deutschen Markt reduzieren. Der Börsengang von Praktiker ist nach denen des Bezahlfernsehsenders Premiere und des Triebwerkshersteller MTU Aero Engines der drittgrößte in Deutschland in diesem Jahr. Mit einem Streubesitz von rund 60 Prozent rechnet sich der Börsenneuling gute Chancen auf eine Aufnahme in den Nebenwertindex MDax aus.

Außerdem will Praktiker sein Auslandsgeschäft in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. Nach Angaben des designierten Finanzchefs Thomas Ghabel solle das internationale Geschäft in drei bis fünf Jahren 35 bis 40 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuern. Ziel sei es, den Umsatz im Ausland prozentual zweistellig zu steigern und in Deutschland besser als der Gesamtmarkt abzuschneiden.

DPA, Reuters DPA Reuters

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