VG-Wort Pixel

Premium-Trick bei Discountern Diese Gourmet-Produkte können Sie sich sparen


Ob "Deluxe" bei Lidl oder "Feine Welt" bei Rewe: Supermärkte verführen Kunden mit vermeintlicher Gourmet-Ware zum Geldausgeben. Dabei gibt es von den Produkten auch günstigere Doppelgänger.
Von Daniel Bakir

Supermärkte und Discounter setzen seit einiger Zeit neben den Billig-Eigenmarken auch auf eigene Premiummarken. Bei Lidl heißen die Produkte "Deluxe", bei Rewe "Feine Welt" oder "Beste Wahl". Auch Edeka hat neben der "Gut & Günstig"-Billigmarke eine teurere Eigenmarke, die schlicht "Edeka" heißt. Das Versprechen: Hier gibt’s Luxus zum Supermarktpreis. Das gefällt dem deutschen Verbraucher natürlich. Aber halten die Produkte auch dieses Versprechen? Schließlich kosten sie teilweise 60 Prozent mehr als ein vergleichbares Produkt aus dem normalen Sortiment.

Kurt Meier und Uwe Glinka vom Verbraucherportal diesparratgeber.de haben die Premiumprodukte verschiedener Märkte getestet und mit ähnlichen Produkten aus dem gleichen Laden verglichen. Ihre Erkenntnis ist ernüchternd: "Bei unserer Recherche und den von uns getesteten Proben haben wir keinen wirklichen Unterschied zwischen den sogenannten Edelprodukten und deutlich günstigeren Produkten feststellen können", sagt Meier. Die Produkte unterschieden sich weder optisch, noch in der Konsistenz oder im Geschmack.

Das ist auch kein Wunder. Schließlich kommen die Produkte häufig vom gleichen Hersteller. Der "ja"-Fleischsalat von Rewe kommt ebenso von Hohmann Feinkost wie der "Beste Wahl"-Fleischsalat. Trotzdem ist das vermeintliche Premiumprodukt um 67 Prozent teurer. Auch bei anderen Rewe-Zwillingsprodukten war der Hersteller identisch. Der "Deluxe"-Honig von Lidl kostete gar 167 Prozent mehr als der normale Lidl-Honig des gleichen Herstellers. Einen Unterschied zwischen den Produkten bemerkten die Tester nicht. Auf Anfrage erklärte die Firma ihnen, der teure Honig komme aus den Bergen Mexikos, der andere nicht.

Ob die Produkte tatsächlich vom gleichen Hersteller kommen, ist für den Verbraucher allerdings häufig schwer zu erkennen. Bei ihren Recherchen stellten Glinka und Meier fest, dass die Produktdoppelgänger immer häufiger von Firmen mit anderem Namen produziert werden, die aber wiederum mit dem Hersteller des Zwillingsprodukts verflochten sind.

Das Fazit der Tester zu den Premiumprodukten: "Eine hochwertigere Verpackung bedeutet nicht automatisch, dass auch der Inhalt hochwertiger ist als vergleichbare Produkte aus dem normalen Sortiment des jeweiligen Marktes." Wer wirklich Feinkost haben will, muss wohl oder übel in einen Feinkostladen gehen.

Mehr zum Thema finden Interessierte in der neuen Broschüre der Sparratgeber: "Welcher Hersteller steckt dahinter?"


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker