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Prognose für 2014 Wirtschaftsweise warnen die Regierung

Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent. Weniger positiv bewerten die Sachverständigen die Pläne einer möglichen Großen Koalition.

Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent. Grund für die konjunkturelle Aufhellung sei die Beschleunigung der weltweiten Produktion, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresgutachten des Sachverständigenrates. In diesem Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach nur bei 0,4 Prozent liegen.

In ihrem Gutachten warnen die Wirtschaftsweisen vor einer "rückwärtsgewandten Wirtschaftspolitik". Die gute Position Deutschlands im Vergleich zu den Krisenländern des Euroraums "scheint vielfach den Blick auf die großen zukünftigen Herausforderungen verstellt zu haben", kritisieren sie. Derzeit in den Koalitionsverhandlungen diskutierte Maßnahmen wie die Mütterrente, eine Aufstockung niedriger Renten sowie Ausnahmen von der Rente mit 67 gingen überwiegend zu Lasten der kommenden Generationen. Die Reformen der Agenda 2010 dürften daher nicht verwässert oder teilweise zurückgenommen werden, heißt es im Gutachten.

Auch unpopuläre Maßnahmen im Inland wagen

Die Forscher kritisierten auch den Mindestlohn oder Steuererhöhungen. Der eingeschlagene Reformkurs müsse fortgesetzt werden. "Die Bundesregierung sollte nicht den Eindruck erwecken, von anderen Ländern schmerzhafte Anpassungsprozesse zu erwarten oder gar zu fordern, aber vor unpopulären Maßnahmen im Inland zurückzuschrecken." Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung übergab das Gutachten am Morgen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Regierung prognostiziert für 2014 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. In diesem Jahr wird die deutsche Wirtschaft demnach um 0,5 Prozent wachsen.

Geleitet wird das Gremium vom Präsidenten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Christoph Schmidt. Zum Sachverständigenrat gehören außerdem die Wissenschaftler Peter Bofinger, Claudia Buch, Lars Feld und Volker Wieland. Der Rat wurde 1963 ins Leben gerufen, um die Regierung wirtschaftspolitisch zu beraten.

ins/AFP/DPA DPA

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