Reaktor in Krümmel AKW startete ohne voll umgesetztes Sicherheitskonzept


Vattenfall steht erneut am Pranger: Einem Magazinbericht zufolge hatte der Energie-Riese ein von der Atomaufsicht gefordertes Sicherheitskonzept noch nicht fertig umgesetzt, als er den Pannen-Reaktor in Krümmel wiederanfahren ließ. Kurz nach dem Start musste das Atomkraftwerk erneut abgeschaltet werden.

Beim Wiederanfahren des Pannen-Reaktors Krümmel Mitte Juni war ein von der Atomaufsicht gefordertes Sicherheitskonzept noch nicht voll umgesetzt. Das "Konzept zur Vermeidung des Eintrags von Fremdkörpern" in den Reaktordruckbehälter sei bisher nur "teilweise umgesetzt" und werde "teilweise noch begutachtet", sagte der Sprecher des für die Atomaufsicht zuständigen Sozialministeriums in Kiel dem "Spiegel". Für Nachfragen war der Sprecher am Samstag bislang nicht zu erreichen.

Der Reaktor nahe Hamburg war nach einem Brand im Transformatoren-Haus stillgelegt worden und hatte sich kurz nach seinem Wiederanfahren bereits am 4. Juli infolge eines Kurzschlusses in einem Transformator erneut selbst abgeschaltet.

Bereits im Jahr 2007 war dem Bericht zufolge entdeckt worden, dass in Krümmel Metallspäne Brennelemente beschädigt hatten. Dies gehe aus einem "Sachstandsbericht" hervor, den das Ministerium im Februar 2008 vorgelegt hatte. Der "Herkunftsort" der Späne konnte demnach nicht geklärt werden. Nach Überprüfung von mehr als 100 der 840 Brennelemente wurden laut Sozialministerium insgesamt neun ausgetauscht.

Die Beamten notierten weiter: "Die Aufsichtsbehörde hat von der Betreiberin die Vorlage eines Konzeptes zur künftigen Vermeidung des Eintrags von Fremdkörpern verlangt. Dieses ist zwischenzeitlich vorgelegt worden und befindet sich in Begutachtung durch die Sachverständigen."

Nach der Schnellabschaltung des Reaktors hatte der Betreiber Vattenfall Mitte Juli mitgeteilt, es gebe derzeit keine Hinweise, dass der Schaden durch Metallspäne verursacht wurde, die bei den Arbeiten während des zweijährigen Stillstands entstanden sind.

DPA DPA

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