Reisestimmung Trubel an den Küsten


Die Hotels an Nord- und Ostsee atmen auf - nach einem eher schwachen Ostern hoffen sie jetzt auf Pfingsten und ähnlich schönes Wetter wie in den vergangenen Tagen. Die Aussichten sind gut.

Nach dem Wetter- und Urlauber-'Hoch' am Himmelfahrtswochenende stellen sich die Ferienorte an Schleswig-Holsteins Nord- und Ostseeküste zu Pfingsten auf noch mehr Trubel ein. Kurz vor den Feiertagen erwarteten die Kurverwaltungen in einer stichprobenartigen Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) einen Urlauber-Ansturm - wenn das Wetter mitspielt. Quartiersuche in letzter Minute könnte zum Teil schwierig werden: So sind in Scharbeutz (Kreis Ostholstein) kaum noch Hotelzimmer und große Ferienwohnungen zu bekommen, während es in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) bei Privatzimmern eng wird.

Gäste buchen kurzfristiger

"Wenn das Wetter so bleibt, wie es in den vergangenen Tagen war, rechnen wir mit einem Besucheransturm", sagte die Kurdirektorin von Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein), Katrin Löbbecke. Eine Vorhersage sei aber schwierig, da die Gäste immer kurzfristiger buchten. "Sie kommen am Freitagabend oder am Sonnabendvormittag in der Zimmervermittlung und fragen nach einem Quartier."

Wetterwette: Wenn es regnet gibt's Entschädigung

Diesen Trend bestätigt der Kurdirektor von Grömitz, Olaf Dose- Miekley: "Seit Himmelfahrt kommen die Buchungen für Pfingsten in Schwung." Dose-Miekley rechnet mit einer Bettenauslastung von bis zu 90 Prozent - und mit schönem Wetter. Er schloss deshalb sogar eine "Wetterwette" ab. Wenn es am Sonnabend zwischen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr an der Seebrücke regnet, erhalten die Übernachtungsgäste insgesamt bis zu 100 000 Euro als Entschädigung. "Die Chancen für die Gäste stehen gar nicht schlecht. Ein Blick in die Wetterstatistik zeigt, dass es in den vergangenen zehn Jahren am 7. Juni acht Mal wie aus Eimern geschüttet hat", sagte Dose-Miekley.

Sommerferienregelung ein Problem

"Wir sind sehr gut gebucht, es gibt kaum noch Hotelzimmer und große Ferienwohnungen", stellte Amtskollege Joachim Nitz im nahen Scharbeutz fest. Eine Einschätzung für die Sommersaison wagt er, wie seine Kollegen, aber nicht. "Die Sommerferienregelung macht uns zu schaffen. Der August ist komplett dicht, im Juni klafft dafür eine Lücke", sagte Nitz. Außerdem versuchten immer mehr Gäste, Preise runterzuhandeln: "Sogar im Restaurant wird versucht zu handeln."

Mehr Buchungen als zu Ostern

Ähnlich wie an der Ostsee sieht es an der Nordsee aus. "Wir können überhaupt nicht klagen, - die Buchungslage ist stärker als an Ostern", sagte Ute Brodersen von der Touristikzentrale St. Peter- Ording. "Wir meinten, Himmelfahrt sei die Spitze der Frühsaison, aber diese wird sich jetzt noch steigern." Zur Wochenmitte waren jedoch überall noch Quartiere frei, wenn auch oft nicht mehr in allen Kategorien, hieß es in den Touristikbüros. So gibt es in St. Peter- Ording fast nur noch freie Zimmer in Hotels, während Betten bei Privatvermietern knapp sind. Events wie Strandseglermeisterschaften sorgen in dem Nordseebad für zusätzliche Attraktionen.

Auf Amrum und Föhr sind in allen Kategorien noch Unterkünfte frei, hieß es dort bisher. Ähnlich ist die Lage auf Sylt: Hier wird der übliche Hochbetrieb erwartet, doch noch sind genügend Betten zu haben - sofern man sich bei seinem Quartierwunsch nicht zu sehr festlegt.

DPA

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