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Russische Anti-Homosexuellen-Gesetze Ikea streicht Lesben-Reportage aus Kundenmagazin


Die russischen Gesetze gegen Homosexuelle stehen international in der Kritik. Um nicht dagegen zu verstoßen, handelt die Möbelhauskette Ikea in vorauseilendem Gehorsam - nicht zum ersten Mal.

Ikea geht vor den russischen Gesetzen gegen "Homosexuellen-Propaganda" in die Knie: Der schwedische Möbelkonzern hat in der russischen Ausgabe des Kundenmagazins "Family" auf eine Reportage über zwei lesbische Frauen, die mit ihrem Kind in London leben, verzichtet. Das berichten "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel Online" übereinstimmend.

Ikea-Sprecherin Ylva Magnusson erklärte laut "sueddeutsche.de", die Entscheidung sei getroffen worden, weil der Artikel im Widerspruch zu den Gesetzen des Landes zur Schwulen- und Lesbenpropaganda stünde. Juristen hätten daher von einer Veröffentlichung in Russland abgeraten. Die russische Gesetzgebung gegen Homosexuelle gilt als diskriminierend und steht international in der Kritik.

Vorauseilender Gehorsam

Es ist nicht das erste Mal, dass Ikea Russland zuliebe Selbstzensur übt. Von der russischen Ikea-Internetseite wurde 2012 ein Foto gelöscht: Es zeigte vier Jugendliche, die bei einer Werbeaktion des Möbelhauses bunte Sturmmasken im Stile von "Pussy Riot" trugen. Die Löschung begründete das Möbelhaus laut "Spiegel Online" damit, dass man nicht "als Ort der Agitation jeder Art" ausgenutzt werden wolle. In Saudi-Arabien hatte Ikea in der Vergangenheit in vorauseilendem Gehorsam sämtliche Frauen aus dem Katalog heraus retuschiert.

tkr

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