sAuftragssteigerung bei ThyssenKrupp Schwer im Geschäft


Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp hat im vergangenen Quartal überraschend viele Aufträge erhalten. Zulegen konnte das Unternehmen vor allem in der europäischen Stahlsparte.

Nach den Einbrüchen im vergangenen Jahr kommt der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp immer mehr in Fahrt. Der Auftragseingang stieg im vergangenen Quartal um 36 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro, wie das Management am Mittwoch mitteilte. Das Unternehmen erzielte zugleich ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 191 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 455 Millionen Euro vor Jahresfrist. Damit übertraf ThyssenKrupp die Erwartungen von Analysten, die dem Konzern 40 Millionen Euro weniger zugetraut hatten.

Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2009/10 um drei Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Zulegen konnte das Unternehmen sowohl in der europäischen Stahlsparte als auch im Geschäft mit Industriedienstleistungen und Teilen für die Automobilindustrie. Die Edelstahlsparte schrieb weiter Verluste, allerdings deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum.

ThyssenKrupp bekräftigte, im Gesamtjahr den Umsatz zu stabilisieren und ein um Sondereinflüsse bereinigtes Vorsteuerergebnis (EBT) in niedriger dreistelliger Millionenhöhe anzupeilen. Konkurrent Salzgitter schlug hingegen wegen der explodierenden Rohstoffkosten verhaltenere Töne als bislang an. Anstatt eines Vorsteuergewinns in zweistelliger Millionenhöhe peilt das Unternehmen nur noch ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis an. Die Salzgitter-Aktie gab daraufhin stärker als der Gesamtmarkt zu Handelsbeginn um über zwei Prozent nach, während das Papier von ThyssenKrupp leicht im Minus notierte.

Die Rohstoffpreise stellen die Schwerindustrie vor neue Probleme, nachdem die Stahlproduktion in den vergangenen Monaten wieder deutlich angezogen hatte. Rohstoffriesen wie Rio Tinto , BHP Billiton und Vale haben die Preise in etwa verdoppelt und garantieren diese nur noch für drei Monate statt bislang für ein Jahr. ThyssenKrupp und Salzgitter haben angekündigt, die Preiserhöhungen an ihre Kunden wie Automobilindustrie und Maschinenbau weiterzugeben. Ob dies komplett gelingt, ist allerdings noch offen.

Reuters Reuters

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